Recherswil

Recherswil bleibt vorerst allein

Findet, dass das «Gärtlidenken» noch zu gross sei: Recherswils Gemeindepräsident Arnold Stotzer.

Recherswil bleibt vorerst allein

Findet, dass das «Gärtlidenken» noch zu gross sei: Recherswils Gemeindepräsident Arnold Stotzer.

Recherswil soll vorerst keine Fusionsanstrengungen unternehmen. Dies entschied der Gemeinderat. Man will den eingeschlagenen Weg enger Zusammenarbeit weitergehen und die Pläne für eine allfällige Fusion dem neuen Gemeinderat überlassen.

Gaudenz Oetterli

Es ist ein visionärer Antrag mit einer gepfefferten Begründung, den Andreas Anderegg an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vorbrachte. Zwar war er nicht persönlich anwesend, und der Antrag traf zu spät ein, um noch behandelt zu werden. Doch wurde sein Schreiben den Anwesenden als Lese- und Gedankenstoff mit auf den Heimweg gegeben. Inhalt: Recherswil soll auf die umliegenden Gemeinden zugehen und deren Befindlichkeit für eine Gemeindefusion abklären (wir berichteten). An der ausserordentlichen Sitzung machte sich nun auch der Gemeinderat seine Gedanken. Und er kam zum Schluss, dass er den Antrag, der eigentlich eine Motion sei, für nicht erheblich erklären will.

Neuer Rat soll Entscheidung treffen

«Es ist als Ferngedanke keine schlechte Idee», fand Egon Wassmer (CVP). Wenngleich auch er Recherswil nicht als treibende Kraft fusionistischer Anstrengungen sehen wollte. «Das wäre dann wohl eher etwas für die Gemeindepräsidien-Konferenz.» Auf diesem Weg sah jedoch Gemeindepräsident Arnold Stotzer wenig Chancen. Zu gross sei das «Gärtlidenken» noch. «In vielen Gemeinden passiert erst etwas, wenn es der Kanton befiehlt», so Stotzer.

Obwohl der gesamte Rat den Vorschlag im Grundsatz nicht schlecht fand, stand man dem Antrag Andereggs eher negativ gegenüber. Auch Hardy Jäggi von der SP äusserte seine Kritik: «Mit der gemeinsamen Schule mit Obergerlafingen haben wir einen ersten Schritt getan. Und auch in anderen Bereichen suchen wir Synergien. Ich finde es nicht nötig, nun auf alle Seiten hinaus aktiv zu werden.»
Der Gemeinderat war sich am Ende einig, die Motion für nicht erheblich zu erklären. Jedoch wolle man festhalten, dass dies nicht des Inhalts wegen sei. «Es ergibt wenig Sinn, wenn wir als abtretender Gemeinderat noch schnell etwas aufgleisen. Wir sollten diese Entscheidung dem neuen Gemeinderat überlassen», so Jäggi. Der Entscheid des Rats kann an der Budgetgemeindeversammlung im Juni vom Volk noch umgestossen werden.

Abklärungen für Jugend-«Rüümli»

Recherswil ist auf der Suche nach einem neuen Jugendraum. Denn das bestehende «Rüümli» musste wegen Schäden am Boden repariert werden. Vorläufig mit einem Provisorium. Zudem ist sich der Gemeinderat im Klaren, dass künftig weitere Investitionen fällig werden. Aus diesem Grund beauftragte er die Baukommission damit, nach Alternativen zu suchen.
Eine Möglichkeit bietet sich nun in der Zivilschutzanlage. «Diese ist zwar im Moment noch bei Bund und Kanton angemeldet, und wir erhalten dafür 3000 Franken jährlich», erklärte Stotzer. Aber man könnte sie natürlich aus der Zivilschutzorganisation auslösen und für gemeindeeigene Zwecke verwenden. So würde die Gemeinde zwar kein Geld mehr erhalten, «aber die 3000 Franken spielen keine Rolle, wenn wir auf der anderen Seite viel Geld in den bestehenden Jugendraum stecken müssen», so Hardy Jäggi.
Der Rat entschied einstimmig, Abklärungen zu treffen, ob und wie es möglich sei, die Zivilschutzanlage als Gemeinderaum zu brauchen und was es dazu braucht.

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