7. Juli 2017, zwischen 7.20 und 8.30 Uhr: Etwa 220 Vermummte vom Schwarzen Block verwandeln die noble Hamburger Elbchaussee in ein Schlachtfeld. Immobilien entlang der 8,6 Kilometer langen Strasse zählen zu den teuersten der Hansestadt. Autos brennen, Scheiben werden eingeschlagen, Polizeiautos werden angegriffen, laute Knalls und Schreie sind zu hören.

So heftig waren die Ausschreitungen an der Elbchaussee.

«Es war wie im Krieg», erzählt eine 42-jährige Mutter später gegenüber «Zeit.de». Sie, ihre beiden Kinder und ihr Mann mussten das Haus verlassen und standen im Pyjama auf der Strasse. «Das war ein ziemlicher Schock am Morgen.»

Innensenator (Stadtrat) Andy Grote rückte die Ausschreitungen in die Nähe des Terrorismus.

Dieses Video hat die Polizei Hamburg veröffentlicht.

Fast ein Jahr später haben nun Polizisten am Dienstagmorgen in vier Ländern Razzien in Wohnungen und linken Szenetreffs durchgeführt.  

Italien

Laut NDR durchsuchte die Polizei am Dienstag in Italien unter anderem Objekte in Rom und Genua, darunter auch die Wohnung eines Mannes, der in Hamburg bereits wegen Angriffs auf Polizeibeamte bei den Krawallen in der Sternschanze verurteilt worden sei. Inzwischen gingen die Hamburger Ermittler auch davon aus, dass er an den Krawallen an der Elbchaussee beteiligt war. 

Spanien

In Spanien seien im Grossraum Madrid drei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden. Insgesamt ermittelt die Sonderkommission dort gegen sieben Tatverdächtige, die am Abend des 7. Juli 2017 bei den schweren Krawallen im Hamburger Schanzenviertel Polizeibeamte angegriffen haben sollen.

Frankreich

In Frankreich wird nach einer Person mit europäischem Haftbefehl gefahndet. Der Mann ist laut Hamburger Morgenpost noch flüchtig.  

Schweiz

In Bremgarten haben Beamte die Wohnung eines 27-jährigen Mannes an der Reussgasse sowie das Kulturzentrum Bremgarten zeitgleich durchsucht. Die Ermittler hatten sein Foto bereits im Zusammenhang mit den Elbchaussee-Krawallen am G20-Gipfel vom 7. Juli 2017 in Hamburg veröffentlicht. Der Mann wurde von zwei Polizeibeamten aus Hamburg einvernommen. 

Nach G20-Krawallen: Mann in Bremgarten festgenommen

Nach G20-Krawallen: Mann in Bremgarten einvernommen

   

Die Aktion dauerte rund zwei Stunden, es wurden Computer zur weiteren Untersuchung mitgenommen. Laut dem Bundesamt für Polizei Fedpol war Bremgarten der einzige Ort in der Schweiz, an dem Razzien durchgeführt wurden.