Anti-Minarett-Initiative

Rat der Religionen wehrt sich gegen Politisierung des Glaubens

Religionsrat will Islam integrieren

Religionsrat will Islam integrieren

Der Rat der Religionen (SCR) lehnt die Anti-Minarett-Initiative entschieden ab. Die im Rat zusammengeschlossenen leitenden Persönlichkeiten der Juden, Christen und Muslime wehren sich vor allem gegen den Missbrauch der Religion durch die Politik.

Die Initiative instrumentalisiere Religion für politische Zwecke und erzeuge Misstrauen in der Bevölkerung, sagte Thomas Wipf, Vorsitzender des SCR und Präsident des Rats des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, vor den Medien in Bern.

Auch Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds warnte davor, Religion für "politische Stimmungsmache" zu missbrauchen. Wie die übrigen Vertreter der Religionsgemeinschaften anerkannte auch er die Ängste und Sorgen der Bevölkerung.

Stattdessen setzt sich der Rat dafür ein, die islamische Gemeinschaft aktiv zu integrieren. Als konkreten Schritt sieht das Gremium die gemeinsame Stellungnahme gegen die Anti-Minarett-Initiative. Diese sei über die Schweiz hinaus ein Meilenstein im interreligiösen Dialog, sagte Wipf.

Juden, Christen und Muslime begegneten sich in der Schweiz vertrauensvoll und setzten damit ein Zeichen, dass Friede zwischen den Religionen nicht nur wünschbar, sondern auch erreichbar sei, sagte Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz.

Die Initiative "Gegen den Bau von Minaretten", über die am 29. November 2009 abgestimmt wird, will die Bundesverfassung ergänzen um den Satz: "Der Bau von Minaretten ist verboten." Lanciert wurde das Volksbegehren von einem Komitee aus SVP- und EDU-Politikern.

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