Rassistische Übergriffe

Ein neuer nationaler Bericht hat eine massive Zunahme rassistischer Übergriffe in der Schweiz registriert. Die schweizweit 27 Fachstellen verzeichneten im letzten Jahr 301 rassistische Taten, ein Drittel mehr als 2016 und so viele wie noch nie, wie der "Sonntagsblick", die "Sonntagszeitung" und "Le Matin Dimanche" berichten.

Die Zahlen gehen aus einem noch unveröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und des Vereins humanrights.ch hervor. Ein Grossteil der Diskriminierungen traf demnach Schwarze. Sie waren in 95 Fällen betroffen. 90 Mal richteten sich die Übergriffe gegen Muslime und Menschen aus dem arabischen Raum, sechs Mal baten Juden um Hilfe. Die meisten Opfer waren Schweizer (56), danach folgten Eritreer (24) und Franzosen (16).

Meist blieb es bei schweren Benachteiligungen, Drohungen und Beschimpfungen. In 21 Fällen war auch körperliche Gewalt im Spiel. Häufig kam es an Schulen zu Meldungen.

Die Gründe für den Anstieg in der Statistik sind unklar. Studien-Mitautor David Mühlemann erklärte, die Zunahme könne auf eine Sensibilisierung der Betroffenen oder einen verbesserten Zugang zu Beratungsstellen hindeuten. Sie könne aber auch ein Indiz für eine tatsächliche Zunahme von Vorfällen sein.

Die Experten gehen von einer grossen Dunkelziffer aus. Es sei davon auszugehen, dass die Mehrzahl der rassistischen Vorfälle nirgends gemeldet würden, hiess es in den Berichten.

Erneut Unregelmässigkeiten bei öV-Abrechnungen

Nach den Tricksereien bei Postauto hat der Bund bei zwei weiteren Transportunternehmen Unregelmässigkeiten bei der Verrechnung von Staatsgeldern festgestellt. Bei der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) und dem Busbetrieb Aarau (BBA) sollen über Jahre Abgeltungsbeiträge in der Höhe von bis zu 300'000 Franken pro Jahr falsch abgerechnet worden sein, berichtet die "Sonntagszeitung". Sie beruft sich auf einen Revisionsbericht des Bundesamts für Verkehr vom März 2017.

Die öV-Kontrolleure des Bundes vermuten eine unerlaubte Quersubventionierung, indem Pauschalen für Aufwendungen der gemeinsamen Direktion falsch berechnet worden seien. Die Zeitung schreibt, dass hochgerechnet auf die Jahrzehnte - die beiden Unternehmen betreiben seit 1960 eine gemeinsame Direktion - von falsch abgerechneten Beträgen im ein- bis zweistelligen Millionenbereich ausgegangen werden müsse.

Man habe "nie willentlich oder wissentlich geltendes Gesetz missachtet", schreibt die betroffene Regionalbahn WSB.

Post stoppt Paketumleitungen wegen Betrügern

Die Schweizerische Post hat wegen Betrügern ihren Umleitungsservice für Pakete gestoppt. Wie die "NZZ am Sonntag" berichtet, nutzten Kriminelle gehackte E-Mail-Konten und bestellten Waren im Namen von deren Besitzern. Dann leiteten sie die Sendungen um und holten sie an Paketautomaten ab. Es handelt sich einem Post-Sprecher zufolge nicht um Einzelfälle.

Es stecke viel kriminelle Energie hinter den Betrügereien. Wegen einer Häufung der Vorkommnisse stellte die Post den Dienst im Februar vorübergehend ein. Betroffen ist die Umleitung auf Paketautomaten und auf Pick-Post-Stellen, etwa in Bahnhöfen.

Weiterhin zur Verfügung steht der Umleitungsdienst dagegen, wenn ein Pöstler einen Zustellversuch unternommen und eine Abholungseinladung für das Paket in den Briefkasten gesteckt hat. Die Post ist laut eigenen Angaben nicht schadenersatzpflichtig, Opfer müssten solche Fälle bei der Polizei anzeigen.

Die Post will den Dienst ab Ende April wieder anbieten, mit einem Bestätigungscode per Handy. Heute gibt es in der Schweiz 100 Paketautomaten und rund 80 Pick-Post-Stellen, die sich etwa in Bahnhöfen und an Tankstellen befinden. Die Post will die Anzahl Paketautomaten weiter erhöhen.

Schweizer Unternehmen nutzen Uber-Fahrer aus

Gegen 15 Schweizer Unternehmen vorwiegend aus dem Kanton Waadt haben ein System zur grenzüberschreitenden Rekrutierung von Uber-Chauffeuren installiert, um auf dem Buckel der Fahrer abkassieren zu können. Wie die Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche" berichtet, waren davon über hundert Personen aus der Genferseeregion betroffen.

Einige der Fahrer gaben der Zeitung zu Protokoll, dass sie bis zu 100 Stunden pro Woche arbeiten und teils in ihrem Auto schlafen mussten. Andere sagten, sie hätten mit einem Einkommen von 2200 Franken für eine 50- bis 100-prozentige Tätigkeit und bei einer Automiete über 1600 Franken kaum Geld verdient. Mehrere Betroffene reichten Klage gegen die Subunternehmen ein.

Ein Anwalt, der mehrere Klienten in dem Fall vertritt, sprach von "moderner Sklaverei". Nach Monaten ohne Bezahlung hätten die meisten Fahrer aufgegeben, sagte er. Sie fürchteten Repressalien von ihrem Arbeitgeber, wenn sie rechtliche Schritte einleiten. Die Unternehmen hätten das neue Geschäftsmodell der kalifornischen Taxi-Firma Uber sowie Gesetzeslücken ausgenutzt.

Ruag klagt gegen Ex-Kadermitarbeiter

Im Fall um dubiose Waffengeschäfte nach Russland will der Schweizer Rüstungskonzern Ruag mit einer Zivilklage gegen den verantwortlichen ehemaligen Kadermitarbeiter vorgehen. Der mutmasslich korrupte Verkäufer habe Ruag geschadet, das könne das Unternehmen nicht tolerieren, sagte Ruag-Chef Urs Breitmeier in einem Interview, das in der "Zentralschweiz am Sonntag" und der "Ostschweiz am Sonntag" erschien.

Breitmeier liess durchblicken, dass Ruag mit der Klage ein Exempel statuieren will, und es dem Unternehmen nicht primär ums Geld geht. Es werde kein Millionenbetrag sein, sagte Breitmeier zur Klagesumme. Ruag habe Waren im Wert von gut einer Million Franken nach Russland geliefert im Vergleich zu den übrigen Verkäufen in dem Zeitraum in der Höhe von insgesamt sechs Milliarden Franken.

Die Klage sei auch wichtig, um die Compliance beim Unternehmen weiter zu verankern, sagte Breitmeier. Der Rüstungskonzern will künftig Mitarbeiter in exponierten Stellungen zusätzlich einer externen Sicherheitsüberprüfung unterziehen.

Der betroffene Ex-Ruag-Kadermann soll millionenschwere Rüstungsgeschäfte mit dem Russland-Leiter der Bank Julius Bär hinter dem Rücken der Bank und der Rüstungsfirma abgewickelt haben. Ruag wurde über die Whistleblower-Stelle des Unternehmens auf den Fall aufmerksam gemacht. Die Bundesanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

25'000 Schwangere machen Gentest

In der Schweiz wollen immer mehr werdende Mütter wissen, ob ihr ungeborenes Kind behindert ist. Nach neusten Zahlen des Bundesamts für Gesundheit machen pro Jahr über 25'000 Frauen den nicht invasiven Gentest NIPT - rund jede Dritte Schwangere, wie "Sonntagszeitung" berichtet.

Der Bluttest für 800 Franken ist seit fünf Jahren auf dem Markt und erkennt mit einer Treffsicherheit von 99 Prozent Chromosomenstörungen Trisomie 21 (Downsyndrom), 18 und 13.

Ute Wiedemann, Co-Präsidentin der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Ersttrimesterscreening, geht davon aus, dass die Nachfrage nach den Tests weiter steigen wird. Gerade in den Städten und bei gut ausgebildeten Frauen bestünde der Wunsch zu wissen, ob das Kind eine Behinderung hat oder nicht.

Trotz der Pränataldiagnostik kommt es offenbar nicht zu mehr Abtreibungen von behinderten Föten. 70 Mädchen und Buben mit Downsyndrom kamen 2016 in der Schweiz zur Welt. Das sind 0,8 Prozent aller Neugeborenen, gleich viele, wie in den Jahren davor.

Swiss Re: Widerstand gegen Walter Kielholz

Im Vorfeld der Generalversammlung des Rückversicherers Swiss Re vom 20. April regt sich Widerstand gegen die Wiederwahl von Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz. Das schreibt die "Sonntagszeitung".

Aktionärsberater hielten die Zeit für einen Rücktritt gekommen, da Kielholz seit 1998 im Verwaltungsrat der Swiss Re und seit 2009 deren Präsident sei. Die Anlagestiftung Ethos will gegen Kielholz stimmen, weil er seit über zwanzig Jahren dem Verwaltungsrat angehöre, sagte Ethos-Direktor Vincent Kaufmann. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass ein angemessener Plan für eine Nachfolgeregelung bestehe.

Kritik kommt auch von der Aktionärsvereinigung Actares. Zwanzig Jahre im Verwaltungsrat seien für Kielholz genug, sagte Geschäftsführerin Nicole Weydknecht. Die grösste Pensionskasse der Schweiz, die Zürcher Beamtenversicherungskasse, hat bereits 2017 gegen Kielholz sowie alle andern Mitglieder des Verwaltungsrats gestimmt.

Arabischer Investor rettet Luzerner Beachvolleyballturnier

Ein arabischer Investor hat das internationale Beachvolleyballturnier von Luzern mit einer Finanzspritze vor dem Aus gerettet. Das für den Mai geplante Turnier mit Tausenden Zuschauern könne nun stattfinden, berichtet die "Zentralschweiz am Sonntag".

Demnach schiesst der Geldgeber mit Sitz in einem Golfstaat rund 1,5 Millionen Franken ins organisierende Unternehmen Beach Sports Lucerne ein. Der Verein Pro Beachvolleyball Luzern, der das Turnier bis im letzten Jahr durchführte, befindet sich im Nachlass und hat einen Schuldenberg von rund 2,5 Millionen Franken angehäuft.

Die Nachfolgeorganisation ist der Zeitung zufolge bereit, einen Teil der Gläubigerforderungen im Nachhinein zu decken. Um wen es sich beim Investoren handelt, ist nicht bekannt.

Investoren aus dem arabischen Raum sind in der Zentralschweiz allerdings kein Novum: Zuletzt wurden etwa das Einkaufszentrum Mall of Switzerland in Ebikon LU oder das Bürgenstock Resort in Nidwalden mit Investoren aus den Golfstaaten realisiert.