Rassismus
Rassismus gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe nimmt zu

Rassistische Diskriminierung gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe hat im vergangenen Jahr zugenommen. Beratungsstellen verzeichneten ausserdem mehr rassistische Vorfälle im öffentlichen Raum.

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Insgesamt haben die 15 Beratungsstellen 249 Fälle von Diskriminierung ausgewertet. Das sind 57 Fälle mehr als im Jahr zuvor. (Symbolbild)

Insgesamt haben die 15 Beratungsstellen 249 Fälle von Diskriminierung ausgewertet. Das sind 57 Fälle mehr als im Jahr zuvor. (Symbolbild)

Keystone

Rassistische Vorfälle haben 2014 in der Schweiz zugenommen – im öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Quartier und in der Medienberichterstattung. Beratungsstellen haben auch mehr Vorfälle von rassistischer Diskriminierung gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe registriert.

Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Monitoringbericht 2014 des Beratungsnetzes für Rassismusopfer hervor. Insgesamt wurden 249 Fälle von 15 Beratungsstellen ausgewertet. Das sind 57 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Dieser Anstieg erklärt sich vor allem mit der Integration von vier weiteren Stellen ins Beratungsnetz, wie es im Bericht heisst.

Wie in den Vorjahren wurden die meisten Fälle von den direkt Betroffenen gemeldet. Männer wenden sich häufiger an eine Beratungsstelle als Frauen. Das meistgenannte Tatmotiv ist die Ausländerfeindlichkeit, gefolgt vom Anti-schwarzen Rassismus. Zahlreich geblieben sind Diskriminierungen gegenüber Musliminnen und Muslimen.

Gezielte Präventionsmassnahmen notwendig

Auffällig ist 2014 die starke Zunahme im Bereich Anti-schwarzen Rassismus (+34 Prozent). In dieser Hinsicht braucht es gezielte Präventionsmassnahmen, wie es im Monitoringbericht heisst.

Verlässliche Statistiken und wissenschaftliche Untersuchungen zum Anti-schwarzen Rassismus in der Schweiz stellen immer noch eine Forschungslücke dar. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) will diese Problematik in den nächsten Monaten aufgreifen.

Bemerkenswert ist laut Bericht auch die starke Zunahme an Vorfällen, die einen rechtspopulistischen oder rechtsextremen Hintergrund aufweisen. 2013 wurden aus diesem Bereich lediglich zwei Fälle gemeldet, 2014 waren es 16 Fälle.

Verbale Diskriminierung am häufigsten

Rassistische Diskriminierung findet laut Bericht in vielen Lebensbereichen statt, besonders häufig in der Arbeitswelt, im Quartier, im öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kontakt mit der öffentlichen Verwaltung und der Polizei sowie in der Schule oder im Bereich Weiterbildung.

Am häufigsten gemeldet wurden wiederum verbale Diskriminierungen. Stark zugenommen hat die nonverbale Diskriminierung beispielsweise durch herabsetzende Gesten, Geräusche oder Mimik, Mobbing am Arbeitsplatz und physische Übergriffe.

Die Beratungsstellen bieten allgemeine Auskunft, psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung für die Betroffenen und Hilfe bei der Konfliktbewältigung an. So wurden 2014 besonders viele Fälle gemeldet, die aufzeigen, wie die Beratungsstellen etwa bei Konflikten in der Schule gemeinsam mit Lehrpersonen, Eltern und Kindern nach Lösungen suchen.