Rätoromanisch

Rätoromanen bevorzugen laut Studie eigenes Sprachidiom

In der Schule wird Rumantsch Grischun gelernt (Archiv)

In der Schule wird Rumantsch Grischun gelernt (Archiv)

Die Schriftsprache Rumantsch Grischun hat fast 30 Jahre nach ihrer Entwicklung immer noch einen schweren Stand. Rätoromaninnen und Rätoromanen in Graubünden bevorzugen im Alltag das eigene Sprachidiom, wie eine neue Studie ergab.

Das 1982 von der romanischen Dachorganisation Lia Rumantscha vorgestellte und dann vom Kanton Graubünden schrittweise forcierte Rumantsch Grischun hat sich laut einer neuen Studie des Nationalfonds nicht etabliert. Dieses Resultat ergaben Befragungen von 31 Personen in den rätoromanischen Kerngebieten Unterengadin und Bündner Oberland.

Die Studie "Rätoromanische Sprachbiographien" ist allerdings nicht repräsentativ und gibt kein Abbild über die Einstellung der rund 60'000 Rätoromaninnen und Rätoromanen in der Schweiz. Es handle um sich "sprachbiografische Interviews", wie die Sprachsoziologin Renata Coray zu einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds sagte.

Befragt worden seien Personen der unteren und mittleren Bildungsschichten, die sich sonst in der Sprachenpolitik nicht äusserten. Rumantsch Grischun beschäftige diese Leute aber, viele der Befragten hätten die Schriftsprache von sich aus thematisiert.

Laut der Studie wird in der Einheitssprache kein Vorteil gesehen, da die Befragten nur selten Romanisch lesen und schreiben. Die Ablösung der regionalen rätoromanischen Schriftsprachen durch das Rumantsch Grischun in den Schulen wird abgelehnt. Unpopulär ist die Einheitssprache auch in den elektronischen Medien.

Bestätigt hat die Studie das Fehlen einer überregionalen rätoromanischen Identität. Die Befragten identifizieren sich mit ihrem rätoromanischen Idiom, dem eigenen Dorf und Tal.

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