Radon: Gemeinden sind sauer auf Kanton

Bereits Ende März dieses Jahres war der Kanton im Besitz der Radonmesswerte gewesen. Die betroffenen Gemeinden orientierte er am 22. Juni, einen Tag bevor er zur grossen Pressekonferenz lud. Den Gemeinden stösst das sauer auf.

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Schulhaus Altenburg

Schulhaus Altenburg

Aargauer Zeitung

Roman Huber

Bei den Gemeinden herrscht zurzeit allgemeines Kopfschütteln über die Radon-Mission des Kantons. Vor allem mit der Art und Weise der Information tut man sich schwer. So wurden die Messgeräte im Herbst an die Schulleitung geliefert. Dann musste man sie nach den Anweisungen montieren – was längst nicht überall geschah. Im Laufe des Monats März wurden die Messgeräte demontiert und an den Kanton zurückgeschickt. Spätestens seit Ende März war also der Kanton im Besitze der gemessenen Werte.

Falsch und zu spät orientiert

Diejenigen Gemeinden, in denen in Räumen das Radon die Grenzwerte überstiegen hat, sind darüber entrüstet, dass sie nicht umgehend orientiert worden sind. «Wir haben am 22. Juni unsere Ergebnisse erhalten», berichtet Gemeindeschreiber Anton Meier, Obersiggenthal. Anderntags berief der Kanton eine Medienkonferenz ein. Man habe sich dadurch schon etwas vor den Kopf gestossen gefühlt, fügt Meier an.

Insbesondere auch dadurch, dass die betroffenen Gemeinden, nicht aber die Schulhäuser offiziell aufgelistet worden seien, bevor man in der Schule selber hätte orientieren können. Damit man die Eltern und Schüler, teilweise auch die Lehrkräfte aufgrund der Medienberichte nicht im Ungewissen lassen musste, wurden in einigen Gemeinden kurzfristig Informationsabende einberufen.

Völlig andere Messresultate

Auch hinter die Resultate werden Fragezeichen gesetzt, denn an der Tauglichkeit der Messgeräte wird gezweifelt. «Wir können glücklicherweise beim Schulhaus Tannegg den Alarm aufheben», sagt Tony Stalder, Leiter Abteilung Liegenschaften der Stadt Baden. Wo das vom Kanton gelieferte Messgerät noch Werte über dem Grenzwert festgestellt hatte, zeigte eine Nachmessung Radonwerte im Toleranzbereich auf. Für Stalder ist klar, dass da offenbar Messgeräte nicht richtig funktioniert hatten. In andern Gemeinden messen Spezialisten jetzt nach.

Nachdem die Bekanntgabe der Werte erst in Aarau verschleppt worden ist, sind die Gemeinden nun erstaunt, dass laut Kanton umgehend gehandelt werden müsse. «Bis zu den Sommerferien wird besser gelüftet, dann überprüfen wir die Räume», sagt Kurt Schneider, Planung und Bau, Windisch. Er stellt sich zudem die Frage der Verhältnismässigkeit.

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