Wie können die radioaktive Stoffe aus Japan zu uns gelangen?

In die Atmosphäre freigesetzte radioaktive Stoffe (Jod und Cäsium) werden mit dem Wind verteilt.

Wie lange dauert es, bis die radioaktiven Stoffe aus Japan in die Schweizer Luft gelangen?

Dies hängt von den meteorologischen Verhältnissen ab. Im Normalfall dauert es rund eine Woche.

Welche Strahlenbelastung ist in der Schweiz zu erwarten?

Weil die Konzentration der Stoffe in der Luft aufgrund der starken Verdünnung mit zunehmender Entfernung zum Unfallort kontinuierlich abnimmt, ist mit einer vernachlässigbar kleinen Erhöhung zu rechnen. Gemäss den Messungen von gestern ist bisher aber nicht einmal eine solche feststellbar.

Wie lange sind die Partikel maximal noch in der Luft?

Das kommt darauf an, wie lange aus dem AKW in Fukushima noch radioaktive Stoffe austreten. Wird keine Radioaktivität mehr freigesetzt, lösen sich die Partikel laut Felix Schacher von Meteoschweiz nach 14 Tagen auf. Von diesem Zeitpunkt an, könne man in der Luft keine Konzentration mehr messen.

Wo befinden sich momentan die radioaktiven Wolken?

Im Moment herrscht in Japan Westwindwetter, das heisst, die Partikel werden auf den Pazifik geweht und überqueren dann Amerika (siehe Animation). Weil bei Westwind immer wieder Niederschläge fallen, wird ein Grossteil der Radioaktivität im Pazifik ausgewaschen.

Müssen sich Amerika-Reisende Sorgen machen?

Nein, denn auch in Amerika ist die Konzentration vergleichsweise niedrig. Die USA hätte längst Alarm geschlagen, wenn die Werte erheblich höher wären.

Wie sieht es mit Reisenden in den Ostasiatischen Raum aus?

Wer direkt nach Japan reist, sollte sicher Jodtabletten dabeihaben. Die Tabletten sollten jedoch ausschliesslich auf Anweisung der örtlichen Behörden eingenommen werden. Ein vorbeugende Einnahme ist nicht sinnvoll. Für Nordkorea, die Republik China und Südkorea hat das EDA keine speziellen Reisehinweise herausgegeben.

Geht von einer verstrahlten Person aus dem Krisengebiet, welche in die Schweiz einreist, eine Gefahr aus?

War diese Person nur einen externen Bestrahlung ausgesetzt, strahlt diese Person selber danach nicht. Bei einer Kontamination (Verunreinigung) mit radioaktivem Material oder einerInkorporation (Aufnahme) radioaktiver Substanz in den Körper durch Einatmen (Inhalation) oder Essen/Trinken (Ingestion) kann eine Strahlung von diesen Personen ausgehen. Jedoch führt die aufgenommene Radioaktivität kaum zu einer Gefährdung von Drittpersonen.

Wie wird die Radioaktivität in der Schweiz kontrolliert?

Durch Boden- und Luftmessungen. Das BAG überwacht die Situation laufend in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und der Nationalen Alarmzentrale (NAZ). Die Werte der natürlichen und künstlichen Radioaktivität in der Luft aus den Messungen der Aerosolfilter (High Sampler-Volume) an den fünf Standorten (Klingnau AG, Oberschrot FR, Cern GE,  Monte Ceneri TI und Güttingen TG) werden im Labor des BAG im Liebefeld in Köniz bei Bern analysiert. (jep)

Quellen: BAG, Meteoschweiz, Rheinisches Institut für Umweltforschung