Rüdtlingen-Alchenflüh

Qualität mit grossem Kredit sicherstellen

Die Gemeinde Rüdtligen-Alchenflüh will sich für 450 000 Franken auf die Suche nach privaten Wasserleitungen machen. Dies, weil bei Schäden und Umbauten immer wieder solche Anschlüsse gefunden werden – und zu Problemen führen.

Fabienne Wüthrich

Am 10. Juni unterbreitet Rüdtligen-Alchenflühs Gemeinderat dem Stimmvolk einen Rahmenkredit von 450 000 Franken für die Erhebung der privaten Liegenschaftsentwässerung. «In unserer Gemeinde ist die Nachführung privater Leitungen ein Mangel», sagt Gemeindeschreiber Urs Lüthi. Er erklärt: «Wir wollen wissen, wo die privaten Leitungen konkret liegen und in welchem Zustand sie sich befinden.» Von den meisten privaten Leitungen und Anschlüssen sei nur wenig oder gar kein Planmaterial vorhanden. Das führe jeweils zu Problemen. Lüthi: «Bei Umbauten oder Schäden muss schliesslich nach Plänen und Leitungen gesucht werden. Das ist sehr mühsam.» Auch solle damit gewährleistet werden, dass das Kanalisationssystem vom Anschluss im Gebäude bis in die Abwasserreinigungsanlage (ARA) reibungslos funktioniere.

«Wir wollen agieren - nicht reagieren»

Momentan könne eine solche Erhebung auf Wunsch des Gewässerschutzamtes des Kantons Bern freiwillig durchgeführt werden. In den nächsten paar Jahren würde sie jedoch gesetzlich vorgeschrieben. «Wir haben somit noch die Möglichkeit, zu agieren und nicht nur zu reagieren», so Lüthi. Wegen all dieser Punkte habe der Gemeinde-rat auf Antrag der Baukommission beschlossen, die Erhebung privater Liegenschaftsentwässerung etappenweise in der Zeit von 2009 bis 2012 vorzunehmen. Zuerst muss aber die Gemeindeversammlung noch Ja zu diesem Geschäft sagen. Danach könnten die Arbeiten laut Lüthi nach den Sommerferien bereits starten. Die erste Etappe soll voraussichtlich im Herbst vom Alpen- bis zum Mühleweg beginnen. Danach folgt eine Etappe im nächsten Jahr. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten voraussichtlich bis 2012 fertig sein. Unterstützt wird die Gemeinde von François Spring - er ist Mitarbeiter des Burgdorfer Ingenieur- und Vermessungsbüros Riesen und Stettler AG.

Kosten über Spezialfinanzierung decken

Lüthi ist zuversichtlich, dass das Geschäft im Juni durchkommt. Die Kosten von 450 000 Franken für die Erhebung würden über die Spezialfinanzierung Abwasserentsorgung gedeckt. «Die Gebühren werden aber sicher nicht erhöht», sagt er. Zudem entstünden für die Liegenschaftsbesitzer und Stockwerkeigentümer keine direkten Kosten. Anders sieht das aber bei Schäden aus, die an solchen privaten Leitungen auftauchen könnten. Lüthi konkretisiert: «Hier ist der Eigentümer verpflichtet, den Mangel selber zu bezahlen.» Unter Einräumung einer Frist würde die Ausführung der Sanierungsmassnahmen dem Eigentümer verfügt. Für ihn ist ganz klar: «Das Projekt ist wichtig.» Es würde die Qualität und Nachhaltigkeit des Kanalisationssystems der Gemeinde sicherstellen.

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