Wer eine Pyrofackel zündet, wird in Zukunft vom Verteidigungsdepartement VBS für dienstuntauglich erklärt und aus dem Militärdienst entlassen. Dies schreibt die «WOZ», die sich auf einen aktuellen Bericht des VBS beruft. Dem Betroffenen dürfe keine «keine persönliche Waffe überlassen werden». Konsequenz: «Sie werden mit sofortiger Wirkung aus der Rekrutierung entlassen.» 

Die routinemässige Sicherheitsüberprüfung habe «aus militärischer Sicht ungeordnete persönliche Verhältnisse» zutage gefördert, zitiert die «WOZ» aus dem Bericht. Deswegen dürfe dem Betroffenen «keine persönliche Waffe überlassen werden».

Die zitierten «ungeordneten persönlichen Verhältnisse» werden mit Verweis auf Akten der Zürcher Staatsanwaltschaft erklärt: Risiken wie mangelndes Gefahrenbewusstsein, erhöhtes Missbrauchspotenzial der persönlichen Waffe, Zugehörigkeit zu gewaltverherrlichenden Mitteln oder extremistische Tendenzen werden als Gründe für den Entscheid aufgeführt.

Fahnen, Pyros und viel Rauch: So präsentiert sich die «Szene Aarau» mit ihren Choreos im Internet. Das Video zeigt die Choreo vom Spiel gegen den FC Luzern am 29.11.14.

Fahnen, Pyros und viel Rauch: So präsentiert sich die «Szene Aarau» mit ihren Choreos im Internet. Das Video zeigt die Choreo vom Spiel gegen den FC Luzern am 29.11.14.

Eine Pyro-Fackel zünden und deshalb aus dem Militär entlassen zu werden, findet SVP-Nationalrat Hans Fehr unverständlich. Natürlich müsse die Person für das pyrotechnische Vergehen bestraft werden, sagte er gegenüber «20 Minuten». «Eine Befreiung vom Militär ist aber unverhältnismässig», sagt Fehr mit Verweis auf die mögliche Missbrauchsgefahr. «Das würde ja bedeuten, dass, wenn jemand nicht ins Militär will, er sich einfach beim Zünden einer Pyro erwischen lassen muss.»

Den Entscheid kritisiert auch CVP-Nationalrat Jakob Büchler: «Ich finde es falsch, sollte sich jemand so einfach vom Militärdienst drücken können», sagte er gegenüber «20 Minuten». Er werde das Thema in der nächsten Sitzung der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats ansprechen. 

«Wir können nicht ständig fordern, dass das Militär genauer hinschauen muss und dann den Finger heben, wenn es dies tut», lässt sich Nationalrätin Aline Trede (Grüne) von «20 Minuten» zitieren. Dabei verweist sie auf Fälle, bei denen Rechtsextreme rekrutiert wurden. Die Absicht sei entscheidend. «Es ist völlig etwas anderes, ob jemand eine Pyro beispielsweise bei einem Fussballmatch in eine Menge wirft und dadurch andere Menschen gefährdet oder ob eine Fackel im Rahmen eines privaten Fests gezündet wird.» Die Befürchtung, dass jemand eine Pyro-Fackel zündet, nur um dem Militärdienst zu entgehen, haltet Trede für unbegründet.

Das Abfackeln von Pyromaterial kann teuer werden: Schon nur beim Mitführen von Pyro-Fackeln droht eine Strafe von 60 bis 90 Tagessätzen und eine Busse. So steht es im Katalog der Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz.