Der Angeklagte Alex W. habe die schwangere Frau und ihren Ehemann am 1. Juli im Landgericht angegriffen, "um sie zu töten", und weil er Nichteuropäern und Muslimen kein Lebensrecht zubillige, sagte der Oberstaatsanwalt weiter.

Der 28 Jahre alte Russlanddeutsche war damals wegen Beleidigung angeklagt. Er soll Marwa al-Sherbini wegen ihres Kopftuchs als "Terroristin", "Islamistin" und "Schlampe" beschimpft haben. Nun muss er sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

200 Polizisten, Scharfschützen, Panzerglas im Gericht - der Prozess, der international für Aufsehen sorgt, begann unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Das Medieninteresse war enorm.

Nach einer Unterbrechung wegen eines Befangenheitsantrags der Verteidigung sagte der Ehemann der getöteten Ägypterin aus. Der 32-jährige Elwy Ali Okaz schilderte das Geschehen weitgehend klar und gefasst in arabischer Sprache.

Demnach hatte das Paar mit seinem dreijährigen Sohn gerade den Gerichtssaal verlassen wollen, als Alex W. angriff. Es sei eine Sache von Minuten gewesen. Zunächst sei seine Frau geschlagen und geschubst worden.

Elwy Ali Okaz bemerkte das Messer erst, als der Täter schon mehrfach zugestossen hatte. Al-Sherbini und ihr Mann erlitten jeweils mindestens 16 Messerstiche.

Alex W. verweigerte zu Beginn des Prozesses alle Auskünfte. Er lebt seit 2003 in Deutschland und war zuletzt arbeitslos. Laut Gutachten ist er voll schuldfähig.

Der Mord im Gerichtssaal hatte weltweit Entsetzen ausgelöst, in der arabischen Welt waren Rufe nach Vergeltung laut geworden.