Bei dem Vorfall in der Istanbuler Bilgi-Universität wurde der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) allerdings ebenfalls nicht getroffen. Der Schuhwerfer, Selcuk Özbek, wurde festgenommen, wenig später aber nach Zahlung einer Geldbusse wieder freigelassen, wie türkische Fernsehsender berichteten.

"IWF, hau ab aus der Türkei", rief Özbek, der sich offensichtlich an der berühmt gewordenen Aktion eines irakischen Journalisten bei einem Besuch des früheren US-Präsidenten George Bush in Bagdad orientierte.

Nach Angaben einer IWF-Sprecherin reagierte der 60-jährige Strauss-Kahn gelassen auf den Schuhwurf: Immerhin sei Özbek so höflich gewesen, mit seiner Aktion bis zum Ende seines Vortrages in der Universität zu warten, sagte Strauss-Kahn demnach.

In der Innenstadt von Istanbul versammelten sich am Nachmittag rund tausend Demonstranten zu einer Protestkundgebung gegen IWF und Weltbank. "Der Mensch zählt, nicht der Profit", stand auf einem Transparent. Linksgerichtete Gruppen haben für die kommenden Tage weitere Protestaktionen angekündigt.