Der heute 36-jähriger Mann aus der Elfenbeinküste muss für den Mord an einer Brasilianerin vom Herbst 2010 büssen. Die 20-jährige Freiheitsstrafe, die ihm das Obergericht 2013 auferlegt hatte, wurde vom Bundesgericht bestätigt und ist rechtskräftig.

Im erneuten Prozess um den Prostituierten-Mörder geht es einzig um die Frage, ob der Ivorer nach dem Verbüssen der Gefängnisstrafe noch verwahrt wird. Im Urteil von 2013 sprach das Obergericht eine lebenslängliche Verwahrung aus.

Das Bundesgericht hob diese Massnahme 2014 aber wieder auf. Es argumentierte, dass die beiden psychiatrischen Gutachten den Verurteilten zwar als äusserst gefährlich und nur schwer therapierbar bezeichnen. Dass der Mann sein ganzes Leben lang nicht therapierbar sein werde, sagten die Experten aber nicht. Dies ist eine Voraussetzung für eine lebenslängliche Verwahrung.

"Bescheidene" Entwicklung sichtbar

Für die erneute Verhandlung haben die beiden Experten ihre Gutachten ergänzt und präzisiert - und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. So attestierte einer der Experten dem Verurteilten seit 2013 bereits eine positive Entwicklung, wenn auch eine sehr "bescheidene". Er kam zum Schluss, dass trotz düsterer Prognose die Hoffnung bestehen bleibt, dass sich einmal eine wirksame Therapie finden lässt.

Der zweite Experte teilt diese Hoffnung nicht. Für ihn sind die Voraussetzungen für eine lebenslange Verwahrung gegeben.

Da es für eine lebenslängliche Verwahrung zwei übereinstimmende Gutachten braucht, ist eine solche Massnahme nun vom Tisch. Der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft fordert eine sogenannte kleine Verwahrung. Bei einer solchen Verwahrung wird nach dem Verbüssen der Haftstrafe regelmässig geprüft, ob die Verwahrung zugunsten einer bedingten Entlassung aufgehoben werden kann.

Die Verteidigung fordert hingegen anstelle einer Verwahrung eine stationäre Massnahme, damit sich die eingesetzte positive Entwicklung weiter fortsetzen könne. Das Urteil ist für den morgigen Freitag angekündigt.

Mit dem Messer die Kehle durchgeschnitten

Die ermordete Brasilianerin hatte zum Zeitpunkt der Tat schon beschlossen, ihre Tätigkeit als Prostituierte aufzugeben und in ihre Heimat zurückzukehren. Sie hinterlässt zwei Kinder.

Beim Mord ging der Verurteilte äusserst brutal vor. Er suchte die Frau spät in der Nacht auf, bedrohte sie mit einem Messer, stach auf sie ein und würgte sie. Dann schnitt er ihr mit dem Messer die Kehle durch.

Laut Anklageschrift drang er anschliessend in die tote Frau ein. Schliesslich raffte er alles zusammen, was ihm von Wert erschien. Einen Teil der Beute verschenkte er später an seine damalige Freundin.

Der Mann wurde auch noch für eine Vergewaltigung und eine versuchte Vergewaltigung an weiteren Prostituierten verurteilt.