Spitalwesen

Privatkliniken verlangen gleich lange Spiesse wie Kantonsspitäler

Privatkliniken sind für mehr Wettbewerb (Symbolbild)

Privatkliniken sind für mehr Wettbewerb (Symbolbild)

Die Privatkliniken der Schweiz werfen den Kantonen vor, einen kostensenkenden Wettbewerb zwischen den Spitälern zu blockieren. Sie würden die Beurteilung von Preis und Qualität der Leistungen ihrer Kantonsspitäler verfälschen und so die Privatspitäler in ihrer Existenz bedrohen.

Einen kostensenkenden Wettbewerb zwischen den Spitälern etablieren will das revidierte Krankenversichungsgesetz (KVG), das seit dem 1. Januar 2009 in Kraft ist. Erreicht werden soll dies mit Fallpauschalen und einem neuen Kostenschlüssel für Leistungen und Investitionen der Listenspitäler, die auf Anfang 2012 eingeführt werden. Ausserdem sollen die Kantone ihre Spitallisten auf Basis der Kriterien Preis und Qualität ebenfalls ab 2012 bis Ende 2014 anpassen.

Viele Kanton wollten ihre Spitallisten aber bereits per Ende 2011 anpassen, kritisiert der Verband "Privatkliniken Schweiz" (PKS). Da vergleichbare Daten aber erst nach Einführung der Fallpauschalen vorlägen, verzerre eine solche Liste den Wettbewerb, sagte PKS-Präsident Adrian Dennler vor den Medien in Bern.

Für Rolf Lüthi, PKS-Generalsekretär, ist das Ziel der Kantone klar: Da sie mit dem neuen Kostenschlüssel ab 2012 auch für jene Behandlungen einen Beitrag von mindestens 55 Prozent zahlen müssen, die in gelisteten Privatspitälern erbracht werden, wollen sie die Spitallisten vorher "bereinigen".

Scharf kritisieren die Privatkliniken auch die Empfehlungen, welche die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) für die künftige Spitalplanung zuhanden der Kantone erlassen hat. Diese führen laut Lüthi etwa die Grösse eines Spitals als zusätzliches Auswahlkriterium für die Liste ein und beschränken die Anzahl zu behandelnder Fälle oder die Ausrüstungen.

Die Folge davon sei eine unnötige Einschränkung des Unternehmensspielraums eines Spitals mit dem Ziel, die eigenen, öffentlichen Spitäler zu erhalten, sagte Lüthi.

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