Bordell
Primarschulpräsident will ein Puff bauen

Im Winterthurer Stadtkreis Töss gibt es immer mehr Bordelle. Fast jede Woche gehen bei der Stadt entsprechende Baugesuche ein. Nun hat auch der Primarschulpräsident von Turbenthal ZH das Geschäft der käuflichen Liebe für sich entdeckt.

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Peter Favre

Peter Favre

Im Winterthurer Stadtkreis Töss gibt es immer mehr Bordelle. Fast jede Woche gehen bei der Stadt entsprechende Baugesuche ein. Nun hat auch der Primarschulpräsident von Turbenthal ZH das Geschäft für sich entdeckt. Zusammen mit seinem Sohn baut der parteilose Primarschulpräsident Peter Favre ein 120-jähriges Wohnhaus an der Zürcherstrasse zu einem Bordell um. Das entsprechende Baugesuch ihrer gemeinsamen Firma Strategic Investments AG ist gegenwärtig auf der Website der Stadt Winterthur aufgeschaltet.

Im neuen «Gewerbehaus für erotische Dienstleistungen» in der Nähe der Autobahn sollen ab Mitte Jahr auf drei Etagen Freier bedient werden. Favre, der am 1. März als Primarschulpräsident der Tösstaler Gemeinde Turbenthal bestätigt wurde, hatte das Haus Ende Januar zusammen mit seinem Sohn gekauft.

Jeder könne sein Geld so anlegen wie er wolle, sagte Favre gegenüber dem «Landboten». Mit einem Etablissement verdiene man sicher mehr als mit Wohnungen. Etwas anderes sei an dieser Lage ohnehin nicht rentabel.

«Edel und diskret»

Betreiben wird der Schulpräsident das Bordell aber nicht selber. Jeder Stock soll einzeln vermietet werden. «Edel und diskret» stelle er sich das Ganze vor. Rote Lämpchen in den Fenstern werde es keine geben. Favre selbst war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erst vor einer Woche hatten besorgte Quartierbewohner dem Polizeivorsteher Michael Künzle (CVP) eine Petition mit 800 Unterschriften überreicht. Darin forderten sie vom Stadtrat, dieser sollte das Sexgewerbe in Töss einschränken.

Die Elten der Primarschule Turbenthal sind über Favres Pläne entsetzt.

Kein Problem für die Schulpflege

Die Sprecherin der Schulpflege, Sandra Eberle, lässt ausrichten: «Die private Tätigkeit von Peter Favre hat seine Arbeit als Schulpräsident nie tangiert.» Diese Sache betreffe alleine ihn und die Stadt Winterthur, welche über das Baugesuch entscheiden muss. Weitere Fragen bleiben unbeantwortet.

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