Presseschau
Berset plant Ausweitung der Zertifikatspflicht und Pierin Vincez' geheimer Lohn: Das schreiben die Zeitungen am Sonntag

Ein Überblick über die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

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Am Mittwoch: Alain Berset plant Ausweitung der Zertifikatspflicht

Bundesrat Alain Berset.

Bundesrat Alain Berset.

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Für Gesundheitsminister Alain Berset ist die Zeit gekommen, die Zertifikatspflicht auszuweiten. Spitäler sind überlastet, die Impfzahlen tief und die Fallzahlen weiterhin hoch. Deshalb soll die Zertifikatspflicht etwa auf Kinos und Restaurants ausgeweitet werden, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Die Kantone fordern diesen Schritt seit Tagen, etwa auch für Fitnesscenter und Theater. In einem Brief fordert Berset die Kantone zudem auf, die Spitalkapazitäten zu erweitern sowie beim Impfen vorwärts zu machen. Mit zusätzlichen mobilen Einsätzen könne die Zahl der Geimpften stark erhöht werden, so Berset.

Geheimer Lohn: Pierin Vincenz verdiente bei Raiffeisen 13,8 Millionen

Pierin Vincenz, ehemaliger CEO der Raiffeisen Gruppe.

Pierin Vincenz, ehemaliger CEO der Raiffeisen Gruppe.

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Seit 2009 weist Raiffeisen transparent aus, wie viel der CEO verdient. Der Betrag lag seither stets unter zwei Millionen Franken. Zuvor aber kassierte Pierin Vincenz als damaliger Chef ein Vielfaches davon. Dies dokumentieren neue Unterlagen, die der «NZZ am Sonntag» vorliegen. Allein im Jahr 2008 erhielt er einen Nettolohn von 13,8 Millionen Franken. Die Dokumente stammen aus den Ermittlungen gegen Pierin Vincenz aufgrund von privaten Deals mit verstecken Kassen. Nächstes Jahr kommt der Fall vor Gericht. Um die Entlöhnung der Geschäftsleitung «in diskreter Weise» abzuwickeln, hatte Vincenz eine neue Salärbuchhaltung eingeführt. Somit floss der Grossteil der Gehälter über das Konto eines externen Anwalts. In der Öffentlichkeit hatte sich Vincenz stets als Kritiker der «Lohnexzesse» bei den Banken inszeniert.

Fall Gottfried Locher: Neuer Konflikt bei den Reformierten

Gottfried Locher.

Gottfried Locher.

Timo Kellenberger

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz kommt nicht zur Ruhe. Heute Sonntag startet in Bern die Sondersynode zur Fall Locher. Im Zentrum steht der kürzlich publizierte Untersuchungsbericht, welcher dem ehemaligen Präsidenten Gottfried Locher grobes Fehlverhalten gegenüber einer Ex-Mitarbeiterin vorwirft. Laut der «NZZ am Sonntag» übt nun eine kircheninterne Kommission überraschend heftige Kritik an dieser Untersuchung. In einer Stellungnahme schlägt die Geschäftsprüfungskommission der Synode vor, einen Teil des Untersuchungsberichts «ersatzlos zu streichen». Der Bericht sei stellenweise ungenügend, es seien Verfahrensgrundsätze missachtet worden.

Immense Reserven: Armee lagert Munition für 3,6 Milliarden Franken

VBS-Chefin Viola Amherd.

VBS-Chefin Viola Amherd.

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Die Schweizer Armee bunkert Munitionsvorräte im Wert von fast 3,6 Milliarden Franken. Ende 2016 war der Munitionsbestand mit gut 3,2 Milliarden Franken angegeben worden. VBS-Sprecher Lorenz Frischknecht sagt dazu zur «NZZ am Sonntag»: Zwischen 2010 und 2017 habe das VBS im jährlichen Durchschnitt rund 40 Prozent weniger Munition beschafft als zuvor. «Deshalb stockte es mit dem Rüstungsprogramm 2017 die Vorräte zusätzlich zum Jahresbedarf auf.» Dass die Reserven derart gross sind, erklärt Frischknecht damit, dass die Armee in der Ausbildung regelmässig Munition verbrauche und die Lagerbestände laufend aufgefüllt würden. «Zudem müssen angemessene Vorräte für allfällige Einsätze vorhanden sein.» In Krisen seien kurzfristige Beschaffungen kaum möglich, hatte das VBS jeweils auf Kritik an den immensen Reserven entgegnet. In den Beständen lagert auch Munition, die nicht weiterverwendet werden kann.

Zwei Tage zu spät: Medienhaus TX Group droht Namensverlust

2020 wurde aus Tamedia die TX Group. Die Mediengruppe hatte den Namenswechsel Ende November 2019 angekündigt. Doch sie meldete die Änderung erst am 20. Dezember 2019 beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich zur Eintragung, wie der «Sonntagsblick» berichtet. Ein Lapsus mit Folgen, denn jetzt gab es bereits eine andere Firma mit diesem Namen: Ein Rapperswiler Anwalt hatte das Versäumnis des Medienkonzerns genutzt, um flugs eine neue Gesellschaft zum Vertrieb von Solarfliesen ins Leben zu rufen und seine Firma beim Handelsregisteramt des Kantons St. Gallen unter der Bezeichnung TX Group anzumelden – zwei Tage vor dem Eintrag des Medienkonzerns in Zürich. Ende 2020 kaufte der Unternehmer Serge Aerne die Rapperswiler Gesellschaft. Aerne liegt mit dem Zürcher Medienhaus bereits wegen eines Artikels über seine Tätigkeiten als Gründer einer Pensionskasse im Streit. Jetzt verlangt Aerne, dass das Pressehaus einen neuen Namen sucht. Der Fall liegt beim Bundesverwaltungsgericht.

«Wir müssen lauter sein!»: Ikea-Chefin fordert Ehe für alle

Ikea Schweiz unterstützt die Ehe für alle. «Gleichheit, Diversität und Fairness sind für uns zentral», sagt CEO Jessica Anderen im Interview mit dem Sonntagsblick. «Und weil wir nicht irgendein Unternehmen sind, müssen wir unsere Stimme erheben.» Ikea wird immer politischer: Das Unternehmen machte sich bereits für den Vaterschaftsurlaub und das CO2-Gesetz stark. Geht es so weiter? «Natürlich greifen wir auch künftig neue Themen auf», sagt Anderen, die am Samstag mit Mitarbeitenden an der Zurich Pride teilnahm. «Wir wollen eine Bewegung antreiben.» Natürlich berge politisches Engagement auch Risiken, sagt Anderen. «Aber es ist schlicht keine Option, so weiterzumachen wie bisher.»

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