Kinderbetreuung

Preisüberwacher stellt eklatante Tarifunterschiede bei Kinderkrippen fest

Einen Preismissbrauch konnte anhand der Stichprobe von 28 Kinderkrippen nicht festgestellt werden. Doch die landesweiten Maximaltarife variieren sehr stark.

Einen Preismissbrauch konnte anhand der Stichprobe von 28 Kinderkrippen nicht festgestellt werden. Doch die landesweiten Maximaltarife variieren sehr stark.

Der Preisüberwacher und das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) haben massive Unterschiede bei den kantonalen Maximaltarifen für Kinderkrippen festgestellt. Von Missbrauch könne jedoch keine Rede sein, kommen die Verfasser der Studie zum Schluss.

Die teilweise eklatanten landesweiten Unterschiede bei den Maximaltarifen für Kinderkrippen müssen bei Eltern für grosses Unverständnis sorgen. Wie ist zu erklären, dass der Maximaltarif für ein Kleinkind - ohne Subventionen - in einer Krippe in Bellinzona nur 43 Franken pro Tag, in Schwyz hingegen 135 Franken beträgt? Warum müssen Eltern in der Innerschweiz grundsätzlich die höchsten Tarife begleichen (siehe Box), derweil die Westschweizer günstiger davon kommen?

Diesen Fragen gingen der Eidgenössische Preisüberwacher und das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) in einer aktuellen Studie zu den Maximaltarifen in Kinderkrippen nach. Sie kommen zum Schluss, dass die sehr stark variierenden Maximaltarife teilweise auf unterschiedliche Formen der Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand zustande kommen, andererseits sollen auch Differenzen in den Leistungen ausschlaggebend sein.

Im Mittelland (inklusive Zürich und Basel) variieren die Tarife nicht gleichermassen stark wie im landesweiten Vergleich. In Aarau kostet ein Krippenplatz pro Tag maximal 100, in Solothurn 113 Franken. Basel ist mit 114 nur leicht günstiger als Zürich mit 117 Franken.

Verfasser stellen keinen Preismissbrauch fest

Die Analyse soll klären, in welchem Mass die Maximaltarife einer Krippe die Vollkosten widerspiegeln: Würden die Tarife für Kinderkrippen mit öffentlicher Trägerschaft - als mit einer Defizitdeckung - die jeweiligen Vollkosten wesentlich übersteigen, müsste von einer missbräuchlichen Quersubventionierung gesprochen werden. Eltern ohne Subventionsberechtigung müssten als Folge davon die Subventionen der anderen mittragen, was aus Sicht der Preisüberwachung für Kinderkrippen mit öffentlicher Trägerschaft nicht zulässig wäre.

Die Verfasser der Studie weisen jedoch darauf hin, dass es den Kinderkrippen grundsätzlich frei steht, ihre Tarife selbst zu bestimmen und einen Gewinn zu erwirtschaften. Einen Preismissbrauch konnte anhand der Stichprobe von 28 Kinderkrippen nicht festgestellt werden

Preisüberwacher fordert einheitliche Qualitätsstandards

Tendenzielle zeige die Analyse bei privaten Kinderkrippen eine eher günstigere Kostenstruktur, erklärt Preisüberwacher Stefan Meierhans. «Die Studie war allerdings nicht auf die Beantwortung dieser Fragestellung ausgelegt und die Stichprobe ist zudem deutlich zu gering, um hierzu aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.» Er weist jedoch darauf hin, dass aufgrund der eingesehenen Daten nicht auszuschliessen sei, dass mancherorts etwa beim Bau oder der Ausrüstung öffentlicher Krippen mit unnötig grosser Kelle angerichtet wurde.

Meierhans ist sich bewusst, dass flächendeckende Traifvergleiche auf Grund der heterogenen Vorgaben sehr problematisch seien. Er fordert daher einheitliche Qualitätsstandards, die zu einer besseren Vergleichbarkeit führen sollen, damit würde auch der Wettbewerb zwischen Angeboten verschiedener Standorte gefördert.

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