Russland

Präsident Inguschetiens bei Anschlag schwer verletzt

Der Präsident wurde schwer verletzt

Der Präsident wurde schwer verletzt

In der kleinen russischen Konfliktrepublik Inguschetien ist Präsident Junus-Bek Jewkurow bei einem Selbstmordanschlag schwer verletzt worden. Er sei operiert worden, schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr, sagte sein Sprecher Kaloj Achigow.

Der Chauffeur des Präsidenten wurde nach Angaben der russischen Staatsanwaltschaft getötet. Mehrere seiner Leibwächter wurden verletzt. Vorherige Meldungen der Nachrichtenagenturen ITAR-TASS und Interfax, wonach drei Leibwächter starben, bestätigten sich laut der russischen Generalstaatsanwaltschaft nicht.

Kremlchef Dmitri Medwedew verurteilte das Attentat nahe der Stadt Nasran als feige Tat von "Banditen", denen nicht gefalle, dass der seit Oktober 2008 amtierende Jewkurow "in der Region Ordnung schafft". Genau vor fünf Jahren, am 22. Juni 2004, waren in Nasran bei einem Rebellen-Überfall fast 100 Menschen getötet worden.

In Moskau wies Medwedew das Innenministerium und den Geheimdienst FSB an, die Hintergründe der Bluttat zu klären. Nach Angaben eines FSB-Mitarbeiters betrug die Sprengkraft der Bombe etwa 20 Kilogramm TNT.

Der frühere Fallschirmjäger Jewkurow war im Oktober von Moskau zum Präsidenten von Inguschetien ernannt worden, nachdem der Kreml seinen Vorgänger Murat Sjasikow abberufen hatte. Jewkurow sollte Sicherheit und Stabilität in die Unruherepublik bringen.

Der 45-Jährige trat 1982 in die Armee ein und war vor seiner Nominierung zum Präsidenten Vize-Chef der russischen Armee in der Region Ural und Wolga. 1999 stand er an der Spitze der russischen Fallschirmjäger, die vor den NATO-Truppen den internationalen Flughafen im Kosovo besetzten. In seinem Land wurde er als Held gefeiert.

Die meisten der rund 450 000 Einwohner Inguschetiens sind Muslime. Die Kaukasus-Republik hat enge kulturelle Verbindungen zu Tschetschenien.

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