Kurden

Präsident Gül spricht sich zugunsten von Rechten für Kurden aus

Präsident Abdullah Gül (Archiv)

Präsident Abdullah Gül (Archiv)

Die Türkei hat es nach den Worten ihres Präsidenten Abdullah Gül versäumt, der kurdischen Minderheit die gleichen Rechte wie dem Rest der Bevölkerung zuzugestehen. Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Kayseri plädierte er dafür, diesen Zustand zu beenden.

"Die wichtige Frage ist, wie wir die Zustimmung aller unserer Bürger gewinnen und das Gefühl der Zugehörigkeit eines jeden zur türkischen Republik verstärken können", sagte Gül in seiner im Fernsehen übertragenen Rede.

In der vergangenen Woche hatte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, dass die Regierung an einem Plan zur Lösung der Kurdenfrage arbeite.

Presseberichten zufolge könnte vorgesehen sein, Lehrstühle für kurdische Sprache und Literatur an Universitäten einzurichten und Dörfern und Städten in den mehrheitlich von Kurden bewohnten Gebieten ihre ursprünglichen kurdischen Namen zurückzugeben.

Damit will Ankara offenbar einem Friedensplan zuvorkommen, die der zu lebenslanger Haft verurteilte Führer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, über seinen Anwalt für August angekündigt hat.

Gül hatte bereits vor einiger Zeit von einer "historischen Chance" für eine Beendigung des seit 25 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts mit der PKK gesprochen, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Die Türkei, die Europäische Union und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. Die unter anderem vom Irak aus operierende Gruppe kämpft seit 1984 für einen kurdischen Staat oder zumindest mehr Autonomie im mehrheitlich von Kurden bevölkerten Südosten der Türkei. Vertreter der Türkei, des Iraks und der USA wollten am Dienstag in Ankara über den Umgang mit den Kurdenrebellen beraten.

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