Eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch. zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Schweizer Versicherten rechnet mit einem mindestens so hohen Anstieg der Krankenkassenprämien wie im Vorjahr. Auch gehen sie nicht von einer Entspannung bei den Prämien in den nächsten drei Jahren aus.

Noch höherer Anstieg als letztes Jahr

Rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) geht gar davon aus, dass auf nächstes Jahr die Prämien stärker steigen als auf dieses Jahr. 48 Prozent rechnen mit einer gleich hohen Prämienerhöhung wie im Vorjahr. Auf das Jahr 2011 sind gemäss Berechnungen von comparis.ch die Prämien im Schnitt 8,6 Prozent gestiegen.

Auch längerfristig sind die Versicherten wenig optimistisch: 43 Prozent gehen davon aus, dass in den nächsten drei Jahren die Prämien stärker steigen werden als in den letzten drei Jahren. Weitere 40 Prozent gehen davon aus, dass die Prämien in den nächsten drei Jahren gleich stark steigen wie in den Vorjahren. Nur gerade 13 Prozent denken, dass es mittelfristig zu einer Entspannung kommt und die Prämien weniger stark steigen als zwischen 2009 und 2011.

4 Prozent könnten die Prämien nicht mehr bezahlen

Ein solcher Anstieg hätte Folgen: 38 Prozent geben an, sie könnten die Prämien nur noch bezahlen, wenn sie sich sonst einschränken würden, gar 4 Prozent könnten die Prämien nicht mehr bezahlen. Immerhin wäre für die Hälfte ein solcher Prämienanstieg finanziell kein Problem. Auch geht aus der Umfrage hervor, dass in der Westschweiz weniger Versicherte einen starken Prämienanstieg finanziell verkraften könnten. Dies vor allem darum, weil in der Romandie die Prämien tendenziell höher als in der Deutschschweiz sind.

Gründe für den Prämienanstieg sehen die Befragten in:

• den steigenden Kosten der medizinischen Versorgung wegen zu vielen Arztbesuchen (19%)
• den teure Leistungen oder aber einem zu umfassenden Prämienkatalog (10%)
• einem generellen Kostenanstieg im Gesundheitswesen (8%)
• zu hohen Spitalkosten oder zu vielen Spitälern (7%)

(dme)