Krankenkasse

Prämienschock: Krankenkasse wird bis 10 Prozent teurer

Auch 2011 werden die Prämien überproportional steigen, wie Felix Schneuwly vom Krankenkassenverband Santésuisse gegenüber der Zeitung «Sonntag» betont. Das heisst: Die Prämien steigen stärker an als die Gesundheitskosten, die unvermindert um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr wachsen.

«Wir erwarten für 2011 einen Prämienaufschlag von fünf bis zehn Prozent», sagt Schneuwly. Der Gründe: Erstens haben die Versicherer die Prämien für 2010 zu knapp berechnet. Zweitens lassen die Refromen auf sich warten: «Seien wir ehrlich: Die Politik hat eigentlich fast keine kostenbremsenden Massnahmen getroffen», sagt Schneuwly.

Viel Einsparpotenzial hätte das dringliche Massnahmenpaket versprochen, das vom damaligen Gesundheitsminister Pascal Couchepin lanciert und von einer überparteilichen Parlamentariergruppe, der Gruppe Ineichen, überarbeitet worden ist. «Damit wollten wir ursprünglich über eine Milliarde Franken sparen», sagt SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga. Das hätte den Prämienaufschlag um 5 Prozent reduziert. Doch daraus wird nichts: Zuerst hatten beide Räte das Paket massiv zurechtgestutzt, jetzt wurde es gar auf Eis gelegt.

Das hat die nationalrätliche Gesundheitskommission (SGK) am Dienstagmorgen entschieden. Die SVP hatte den Antrag gestellt, das Paket ganz zu beerdigen - und erhielt dabei die Unterstützung von den Grünen. «So gesehen war die Sistierung ein Rettungsplan», sagt SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr. Reüsiert hat dieser nur knapp - mit dem Stichentscheid der SGK-Präsidentin Thérèse Meyer-Kaelin. Gekämpft für die Rettung des Pakets hat auch Gesundheitsminister Didier Burkhalter, wie sein Sprecher Jean-Marc Crevoisier gegenüber «Sonntag» bestätigt.

Meistgesehen

Artboard 1