«Ich erwarte, dass sich alle Kader bewusst sind, dass die Post nicht einfach ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist wie jedes andere.» Das sagt Urs Schwaller gegenüber der «Schweiz am Wochenende» zur Vietnam-Reise, die 103 Kader der Post-Tochter Swiss Post Solutions (SPS) Ende Januar gemacht hatten. Der Verwaltungsratspräsident der Post betont, es gehe für ihn «nicht nur um Reglemente, sondern auch um die Frage der Sensibilität.»

Es war der «Blick», der die Reise nach Ho-Chi-Minh-Stadt publik machte. Auch der interimistische Post-Konzernchef Ulrich Hurni und SPS-Chef Jörg Vollmer waren für das Meeting nach Vietnam geflogen, das insgesamt 200'000 Franken gekostet hatte. «Grundsätzlich ist nichts daran zu bemängeln, dass unsere internationale SPS mit Sitzen in Europa, Amerika und Asien ihre Kader für einmal an einem wichtigen Sitz in Vietnam zur Konferenz zusammenzieht», sagt Schwaller. Er lasse sich nun aber «alle Fakten zur Reise» zusammentragen, betont er.

Gemäss Angaben, welche die Post gegenüber dem «Blick» machte, reisten mehr als 70 der total 103 Kader am Sonntag, 20. Januar, aus der Schweiz, Deutschland, England, Frankreich, Österreich und den Niederlanden nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Alleine aus der Schweiz waren es 36 Personen. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer stammten somit aus Europa.

Die Post machte auch transparent, dass elf Kader des SPS-Managements sowie Interims-Post-Chef Hurni Business-Class flogen. Diese Flüge kosteten 36'000 Franken. Die Reisekosten für die 91 Manager, die mit Economy eingeflogen wurden, beliefen sich auf 63'700 Franken. Das Meeting selbst kostete den Konzern 100'000 Franken. Die totalen Kosten beliefen sich somit auf 200'000 Franken.