Viele weitere Poststellen werden also geschlossen und durch eine Agentur ersetzt. Unter «Zugangspunkten» versteht die Post alle Vertriebsformen: die herkömmlichen Poststellen, den Hausservice oder die Agentur im Dorfladen. «Unser Filialnetz ist nicht in Stein gemeisselt», sagt Post-Sprecher Oliver Flüeler. «Es wird laufend angepasst. Wir wollen dort sein, wo die Kunden uns effektiv benutzen.» Wie viele Poststellen noch geschlossen werden, sagt er nicht. «Wie die Zugangspunkte künftig aussehen, hängt von den Umsatzzahlen ab.»

Die unterste Limite

Die neusten Schliessungspläne sorgen bei den Arbeitnehmervertretern für Verärgerung. «1900 bis 2000 Filialen, welche die Post selber betreibt, sind die unterste Limite, die wir akzeptieren können», sagt Fritz Gurtner von der Gewerkschaft Syndicom. Momentan sind es 1929 Poststellen. «Jetzt ist Ende Feuer», sagt Gurtner. «Die zunehmende Schliesserei ist ein Ärgernis. Man kann nicht laufend Poststellen streichen.» Die Recherchen des «Sonntags» zeigen weiter, dass die Post in den letzten zwei Jahren mehr Poststellen geschlossen hat, als sie im April 2009 ankündigte. Damals stellte sie unter dem Druck der Öffentlichkeit eine Liste mit 421 unrentablen Mini-Filialen ins Internet, deren Zukunft sie überprüfen wollte.

Klammheimlich hat die Post seit damals 19 zusätzliche Poststellen in eine Agentur umgewandelt. Zudem hat sie unterdessen weitere Filialen auf die Abschussliste genommen, ohne es schweizweit öffentlich zu machen. Aktuell ist in 33 Fällen die Umwandlung der Poststelle in eine Agentur oder einen Hausservice beschlossene Sache, bei mindestens 117 weiteren Poststellen wird es geprüft. Betroffen sind neu auch grosse Gemeinden wie Basel, Genf, Allschwil BL und Horgen ZH.