In der letzten Ausgabe der «Schweiz am Sonntag» schilderten wir den Fall einer Post-Kundin, die, nachdem ihr Vater gestorben war, dessen Post auf ihre Adresse hat umleiten lassen. So weit, so gut – die Umleitung der Post klappte. Doch es kam nun auch Werbepost von der Post an den Verstorbenen. Und zwar solche, in der man dem Adressaten zum Umzug gratulierte und ihm ein «Umzugsset» mit nützlichen Dingen und Checklisten für den Umzug zur Verfügung stellte.

Die Kundin reklamierte daraufhin mehrmals beim Kompetenzzentrum für Adressen in Luzern, ihr Vater sei verstorben, und er könne mit solchen «Umzugssets» nichts anfangen. Man versprach ihr, diese Werbeschreiben zu stoppen. Doch statt dass diese Reklamation bearbeitet wurde, kam weitere Werbepost der Post an den Verblichenen. Man hoffe, er habe sich inzwischen gut am neuen Wohnort eingelebt und stellte ihm praktische Adressanzeigen für die Bekannten zur Verfügung.

Nachdem auch die Reklamation dieser Schreiben ohne Ergebnis blieb – der Verstorbene bekam nun auch noch Werbepost von der Migros –, platzte der Kundin verständlicherweise der Kragen: sie informierte die Medien. Das Thema wurde aufgegriffen – auch im Radio, denn scheinbar gibt es noch andere verärgerte Postkunden, welche die gleichen unliebsamen Erfahrungen mit Post an einen Verstorbenen machen mussten.

Nun hat die Post reagiert. Und zwar von oberster Stelle aus. Konzernchefin Susanne Ruoff entschuldigte sich persönlich per Brief bei der betroffenen Kundin und schreibt ihr: «Es tut mir sehr leid, dass Sie in dieser persönlich schwierigen Zeit mit solchen unnötigen Problemen konfrontiert wurden. Für die verursachten Unannehmlichkeiten möchte ich mich als Konzernleiterin bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Hier ist viel schief gelaufen – ausgelöst durch eine fehlerhafte Auftragserfassung» ... «Für uns gilt es nun, aus diesem Vorfall die Konsequenzen zu ziehen und so rasch als möglich die notwendigen Korrekturen einzuleiten.» ... «In einem ersten Schritt sensibilisieren wir deshalb in den nächsten Tagen alle betroffenen Mitarbeitenden auf die korrekte Erfassung eines entsprechenden Nachsendeauftrages. Wir prüfen zudem mögliche Anpassungen im System, um fehlerhafte Auftragserfassungen ausschliessen zu können»...

Die Kundin ist jetzt zufrieden und erklärt, dass zusätzlich der Leiter für das Kompetenzzentrum für Adressen bei ihr persönlich vorgesprochen und sich entschuldigt habe. «Er hat mir auch mitgeteilt, dass die nötigen Vorkehrungen getroffen wurden, damit dieser ‹Fall› in Zukunft verhindert werden kann.»