Aktion Gebäudesanierung

Positive Bilanz bei Halbzeit

100 Basler Hauseigentümer bekommen für die energetische Sanierung ihrer Häuser 7,5 Millionen Franken vom Staat.

Geld

100 Basler Hauseigentümer bekommen für die energetische Sanierung ihrer Häuser 7,5 Millionen Franken vom Staat.

Die Aktion Gebäudesanierung des Amtes für Umwelt und Energie Basel-Stadt steht bei Halbzeit gut da. Die 100 Hauseigentümer, die sich für umfassende energetische Sanierungen entschieden haben, bekommen vom Staat insgesamt 7,5 Millionen Franken.

Rolf Zenklusen

Seit Anfang 2008 haben über 100 Basler Hauseigentümer entschieden, ihre Liegenschaft umfassend energetisch zu sanieren. Neben neuen Fenstern sowie der Isolation des Daches und der Kellerdecke gehört dazu meistens auch eine Fassadenisolation. Mit solchen Massnahmen vermindert sich der Heizwärmeverbrauch um 50 bis 80 Prozent.

Ein Drittel für Energieeffizienz

Anreize für energetische Gesamtsanierungen bietet das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt (AUE) mit einer Aktion, die seit Anfang 2008 und noch bis Ende 2010 läuft und mit zwölf Millionen Franken dotiert ist. Daraus zahlt der Staat knapp einen Drittel der Massnahmen für eine bessere Energieeffizienz.

Nach 18 Monaten zieht Thomas Fisch, Leiter der Abteilung Energie im AUE, eine positive Bilanz. Eine Million Franken an Fördergeldern hat das AUE ausbezahlt, weitere 6,5 Millionen wurden zugesichert. Mit den Förderbeiträgen an 100 Liegenschaften ist das Ziel zur Hälfte erreicht: Der Regierungsrat will in drei Jahren mindestens 200 Gebäude energetisch auf den neuesten Stand bringen.

150 000 Tonnen weniger CO2

Davon profitiert die Umwelt enorm: «Wenn wir das Ziel von 200 Gebäuden erreichen, gelangen in Basel in den nächsten 30 Jahren insgesamt 150 000 Tonnen weniger Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre», rechnet Fisch vor. 150 000 Tonnen CO2 entsprechen rund 50 Millionen Liter Öl. Damit füllt man rund 2000 Lastwagen, die eine Kolonne von 20 Kilometern ergeben.

Als die Gebäudesanierungsaktion lanciert wurde, hatte es anfänglich zu wenig Energiecoaches für die kostenlosen Grobanalysen. Nur dank der Verpflichtung von externen Fachleuten konnte der Ansturm von über 800 Anmeldungen bewältigt werden. Derzeit sind 15 Energiecoaches im Einsatz. Wer eine Grobanalyse wünscht, muss gegenwärtig zwei bis drei Wochen warten.

Nicht mehr lange zuwarten

Mit der Aktion fördert das AUE auch die Wirtschaft. Die 7,5 Millionen, die der Kanton bis jetzt gezahlt oder zugesichert hat, entsprechen nur einem Drittel der Gesamtinvestitionen, die damit ausgelöst wurden. «Gedacht war die Aktion nicht als Konjunkturprogramm. Als sie lanciert wurde, ging es der Wirtschaft ja noch gut», präzisiert Fisch. Ende 2010 geht die Aktion zu Ende.

«Die Hauseigentümer sollten mit Sanierungen nicht mehr zu lange warten. Jetzt ist noch Geld vorhanden», betont Fisch. Das AUE überlege sich, energetische Gesamtsanierungen ab 2011 weiter mit Fördergeldern zu unterstützen, aber derart hohe Beiträge und eine kostenlose Baubegleitung gebe es nicht mehr. Was bleibt, sind die Förderbeiträge an Einzelmassnahmen wie die Sanierung von Fenstern oder Türen. Dazu kommt das 200-Millionen-Konjunkturpaket des Bundes für bessere Energieeffizienz. Allein 130 Millionen sind gemäss Fisch schweizweit für die Sanierung von Gebäudehüllen reserviert. Auch Basel-Stadt werde davon profitieren.

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