Polen

Polnischer Arbeiterpriester Popieluszko selig gesprochen

Seligsprechung von Prister Jerzy Popieluszko in Warschau

Seligsprechung von Prister Jerzy Popieluszko in Warschau

Mehr als 25 Jahre nach seiner Ermordung durch den Geheimdienst ist der polnische Priester Jerzy Popieluszko selig gesprochen worden. An der Zeremonie auf dem Pilsudski-Platz im Zentrum Warschaus nahmen rund 150'000 Gläubige teil.

Unter ihnen war auch die 100-jährige Mutter des ermordeten Helden des gewaltlosen Widerstands gegen die kommunistische Unterdrückung. Die Altarbühne schmückte Popieluszkos Leitspruch: "Besiege das Böse durch das Gute."

In Vertretung von Papst Benedikt XVI. verlas der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Heiligsprechung, Erzbischof Angelo Amato, das Dekret zur Seligsprechung.

Zu den Gästen des feierlichen Gottesdienstes im strahlendem Sonnenschein zählten neben rund hundert Bischöfen und Vertretern der früheren Gewerkschaft Solidarnosc der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und der aus Polen stammende Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek.

Auch Popieluszkos 100-jährige Mutter Marianna nahm an der Zeremonie teil. "Ich weinte, als mein Sohn diese Erde verlassen musste, jetzt freue ich mich", sagte sie Reportern zur Seligsprechung ihres Sohns. Nach dem Gottesdienst wurde eine Reliquie des Priesters in einer feierlichen Prozession zur Kirche "Tempel der Göttlichen Vorsehung" im Aussenbezirk Wilanow überführt.

Der von der verbotenen Gewerkschaft Solidarnosc engagierte Geistliche war in Polen durch seine "Messen für das Vaterland" berühmt geworden, die er nach der Ausrufung des Kriegsrechts durch General Wojciech Jaruzelski 1981 vor tausenden Gläubigen feierte.

Am 19. Oktober 1984 entführten drei Geheimpolizisten den 37-jährigen Geistlichen und ermordeten ihn.

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