Griechenland

Polizist tötete Schüler: Tumulte vor Gericht

Die Emotionen gehen wegen dem Tod des Teenagers hoch

Die Emotionen gehen wegen dem Tod des Teenagers hoch

Der Tod eines 15-jährigen Schülers durch eine Polizeikugel hatte in Griechenland eine neue Welle der Gewalt ausgelöst: Der Prozess gegen zwei Angeklagte ist mit teils tumultartigen Szenen fortgesetzt worden.

Nachdem die Verhandlung am Mittwoch kurz nach dem Auftakt auf Antrag der Verteidigung vertagt worden war, sagten nun der Hauptangeklagte sowie die Mutter des Opfers aus.

Zwischen dieser und den Verteidigern entbrannte dabei eine stürmische Debatte, wie griechische Medien berichteten. Erst einschreitende Sicherheitskräfte hätten die aufgebrachten Gemüter im Gerichtssaal in der Kleinstadt Amfissa beruhigen können.

Die Anwälte des Polizisten, der den Schüler am 6. Dezember 2008 in Athen erschossen hatte, gaben an, dass der 15-Jährige an Ausschreitungen bei einem Wasserballspiel beteiligt gewesen sei.

Die Mutter des Opfers unterbrach den Verteidiger lautstark und entgegnete, ihr Sohn habe einen völlig ruhiger Charakter gehabt. Dagegen seien die Angeklagten - neben dem Todesschützen steht ein zweiter Polizist vor Gericht - auf Streit aus gewesen.

Ihr Sohn sei kaltblütig angeschossen worden. "Sie kehrten nicht zurück, um zu sehen wie es ihm geht und ihm zu helfen", sagte die Mutter - "als ob man eine Kakerlake zertreten hätte".

Die Anklage wirft dem Hauptangeklagten Mord vor, die Verteidiger plädieren auf fahrlässige Tötung. Der Polizist sei mit Flaschen beworfen worden und habe dann Warnschüsse in die Luft abgefeuert. Das Opfer sei von einem Querschläger getroffen worden.

Der Fall war Auslöser einer Welle von Gewalt vor allem in Athen.

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