Die Demonstranten wurden anschliessend für die Personenkontrolle ins Parkhaus Neufeld im Nordwesten Berns gebracht. Dort war in den letzten Tagen ein behelfsmässiger Warte- und Festhalteraum eingebaut worden. Mehrere Personen hätten versucht, die Räume mit Gewalt aufuzbrechen. Die Polizei setzte dann kurzzeitig Pfefferspray in Richtung Decke ein und legte vorübergehend Handschellen an, wie sie am Abend gegen 22 Uhr mitteilte.

Mehrere Personen seien unter anderem wegen Landfriedensbruch verzeigt worden. Über die genaue Zahl machte die Polizei keine Angaben und verwies für zusätzliche Angaben auf Sonntag.

Hilfe aus anderen Kantonen

Die geplante Demonstration unter dem Motto "Wipe out WEF" hatte für Unruhe gesorgt, weil im Vorfeld Aufrufe zur Gewalt zirkuliert haben sollen. Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte angekündigt, man werde "alles Menschenmögliche unternehmen, um Ausschreitungen zu verhindern".

Das Polizei-Aufgebot in der Innenstadt war dementsprechend gross, wie ein sda-Reporter vor Ort feststellte. Einsatzkräfte aus Basel, Zürich und Genf waren zur Verstärkung der Berner Kollegen angereist.

Sie verhinderten, dass sich die Aktivisten in die stark frequentierte Innenstadt bewegen konnten. Das hatte unter anderem zur Folge, dass zahlreiche Strassenabschnitte für Passanten gesperrt waren und der öffentliche Verkehr zeitweise lahmgelegt war.

Beim Bollwerk eingekesselt

Zwischen 100 und 120 Aktivisten wurden bereits auf dem Weg von der Schützenmatte zum Bahnhof eingekesselt. Laut Polizei waren sie meist vermummt und hatten Petarden und verschiedene Gegenstände gegen die Einsatzkräfte geworfen. "Die Personen werden unter anderem wegen Landfriedensbruch angezeigt", schreibt die Polizei.

In einem Fahrzeug, das die Aktivisten mitführten, habe man mehrere grosse Pfeffersprays, Vermummungsmaterial und Helme gefunden, heisst es weiter. Später habe man in einem Kanalisationsschacht beim Bollwerk weiteren Pfefferspray und Vermummungsmaterial entdeckt.