Den Behörden zufolge warfen junge Palästinenser Steine und eine Brandflasche auf Polizisten und Besucher. Ein Polizist habe leichte Verletzungen erlitten, sagte ein Polizeisprecher. Die Sicherheitskräfte hätten Blendgranaten eingesetzt, um die Demonstranten zu vertreiben.

Die Proteste stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Treffen der rechtsextremen "Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte auf dem Tempelberg" am Samstag in Jerusalem. Die Vereinigung, die von Rabbinern und rechtsgerichteten Abgeordneten unterstützt wird, wollte nach Angaben des Radios eine Massendemonstration von Juden auf dem Tempelberg organisieren.

Laut Polizei riefen nach dem Treffen auch Palästinenser und Araber zu Protesten auf. Die Sicherheitskräfte verstärkten ihre Patrouillen.

Auf dem Tempelberg im von Israel besetzten Ostjerusalem waren Ende September vor dem wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern rund 30 Menschen verletzt worden.

Dort erhebt sich neben dem Felsendom die El-Aksa-Moschee, das drittwichtigste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina. Sie ist auf den Ruinen des zweitens jüdischen Tempels erbaut, von dem nur noch eine Wand erhalten ist - die den Juden heilige Klagemauer.