Tag der Arbeit

Polizei setzt in Zürich Wasserwerfer und Gummischrot ein

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Die diesjährigen 1.-Mai-Krawalle in Zürich sind glimpflicher ausgegangen als die Ausschreitungen in anderen Jahren: Die rund 300 Chaoten haben am Nachmittag nur wenig Sachschaden angerichtet, Polizisten wurden keine verletzt.

Alarmierend sei jedoch, dass auffallend viele Jugendliche und Kinder unter den Chaoten gewesen seien, sagte Hansjakob Baumann, Einsatzleiter der Kantonspolizei Zürich, am Abend vor den Medien. "Dass man einen Einsatz gegen Kinder leiten muss, ist schon bedenklich." Der Anteil an Minderjährigen sei deutlich grösser gewesen als in anderen Jahren.

Von den 83 verhafteten Chaoten waren 22 unter 18 Jahre alt, Augenzeugen berichten von zwölfjährigen Steinewerfern. Politische Motivationen hatten die Chaoten kaum.

Wie die Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer erklärte, stellte die Polizei kaum Mitglieder des Schwarzen Blocks fest. Dafür seien zahlreiche Fussballfans und andere Gruppierungen aufgetaucht, die sich gegenseitig gejagt hätten.

Als positiv wertet Maurer die Tatsache, dass viele Verhaftungen mit einem konkreten Grund vorgenommen worden seien, also nicht nur wegen Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration, sondern wegen Brandstiftung oder dem Werfen von Steinen.

"Die Chancen stehen gut, dass die Taten auch wirklich nachgewiesen werden können." So könnten die Behörden den Chaoten Grenzen setzen, insbesondere den jungen.

Die Polizei habe gute Arbeit geleistet, sagte Maurer weiter. "Wir konnten verhindern, dass sich die Demonstranten versammeln und es eine eigentliche Nachdemo gibt."

Auseinandersetzungen entlang der Langstrasse im Kreis vier seien dennoch nicht zu verhindern gewesen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummischrot ein. Meldungen über verletzte Demonstranten liegen keine vor.

Die meisten der 83 verhafteten Chaoten sind Schweizer. Nur vereinzelt waren Ausländer an den Ausschreitungen beteiligt, so etwa drei Deutsche und drei Italiener. Im vergangenen Jahr wurden 301 Personen verhaftet.

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