Donald Trump wählte – wie so oft – plakative Worte: «Für den IS ist er die ultimative Trophäe», sagte der US-Präsident zuletzt über Papst Franziskus. Dass darin ein Fünkchen Wahrheit steckt, wissen auch die Schweizer Behörden. Deshalb bereiten sich Bund und Kantone schon jetzt auf den Besuch des Papstes am 21. Juni in Genf vor. Ganz oben auf der Liste: der richtige Schutz für das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet schmunzelt kurz, als er auf die Aussage von Trump angesprochen wird, antwortet dann aber ernst: «Wir werden gut vorbereitet sein.» Genf habe als UNO-Stadt Erfahrung mit hochrangigem Besuch aus aller Welt. Der Papst werde geschützt wie ein Staatsoberhaupt. Klar ist, dass ein Grossaufgebot nötig sein wird. Dafür werden Polizisten aus mehreren Kantonen nach Genf beordert.

Allerdings erschwert das Datum die Aufgabe der Polizei. Der 21. Juni fällt mitten in die Fussballweltmeisterschaft. Genf plant eine grosse Fanzone, die zusätzliches Sicherheitspersonal fordert. Ausserdem findet das Volksfest «Fête de la Musique» nur einen Tag nach dem Auftritt satt.

Der Papst kommt auf Einladung des Ökumenischen Rates der Kirchen, wie diese Woche bekannt wurde. Der hohe Besuch aus Rom ist aussergewöhnlich. 14 Jahre ist es her, seit ein Papst die Schweiz besuchte. Damals reiste Johannes Paul II. nach Bern und hielt eine Messe vor 70'000 Menschen. Wie genau der Besuch im Juni ablaufen soll, steht noch nicht fest. Bleibt Papst Franziskus über Nacht oder will er ebenfalls eine Messe abhalten, sind weitere Vorkehrungen nötig. Maudet selbst freut sich auf den Besuch. Zwar müsse er erst wiedergewählt werden, aber «wenn ich dann im Amt bin, möchte ich den Papst natürlich treffen.»

Papst Johannes Paul II 1984 in Lugano. (Quelle: SRF)

Papst Johannes Paul II. besucht 1984 die Schweiz. (Quelle: SRF)