Pille

Politiker fordert Gratis-Pille für unter 20-jährige Mädchen

Der Plan von Nationalrat Antonio Hodgers ist so simpel wie kontrovers: In Zukunft sollen alle Frauen im Teenager-Alter kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten. Ziel: weniger ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen.

Antonio Hodgers, Genfer Nationalrat und Fraktionschef der Grünen im Bundeshaus, fordert in einer Motion die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln an unter 20-jährige Mädchen. So will der 37-Jährige die Zahl der ungewollten Teenager-Schwangerschaften senken. Gegenüber «Le Matin» sagt Hodgers heute, diese seien «immer ein Drama», egal ob die Mutter das Kind behält oder sich für eine Abtreibung entscheide. «Das hat Folgen für die Psyche.»

Für welches Verhütungsmittel sich die Mädchen entscheiden, soll ihnen im Gegensatz zu der in Frankreich praktzierten Gratis-Abgabe selbst überlassen werden. Die Behörden in Paris beschränken das staatliche Verhütungsprogramm auf eine einzige Pillenmarke. Hodgers findet, auch die Pille danach müsse gratis sein: «Der Staat muss bei der Wahl des Verhüttungsmittels neutral bleiben.»

«Man kann nicht alles gratis haben»

Der Waadtländer SVP-Nationalrat Guy Parmelin kann der Idee nur wenig abgewinnen. «Manche Leute vergessen, dass man in diesem Land nicht alles gratis haben kann.» Die Schweiz mache im Bereich der Verhütung im europäischen Vergleich «schon heute das Maximum».

Unterstützung erhält der Pillen-Vorstoss vom Genfer CVP-Nationalrats Luc Barthassat. «Wenn die Mädchen sich einmal an den Gebrauch von Verhütungsmitteln gewöhnt haben, werden sie nach dem 20. Geburtstag nicht damit aufhören.» Die Kosten für die Gratis-Abgabe würden den durch Abtreibungen verursachten Aufwand decken. (LHN)

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