BDP-Nationalrat Urs Gasche, auch Verwaltungsratspräsident der BKW, plädiert für eine Offensive der Schweizer Wirtschaft. «Ich fände eine Auffanggesellschaft für Wasserkraftwerke eine prüfenswerte Idee», sagt er der Zeitung „Schweiz am Sonntag“.

«Die Schweizer Wirtschaft und langfristig ausgerichtete Infrastruktur-Anlagefonds von Banken wie der CS und der UBS könnten hier aktiv werden.» Eine solche Lösung würde ihm «wesentlich besser» gefallen, als eine Verstaatlichung. Wasserkraft ist für Gasche eine bedeutende Zukunftsenergie, «weil sie sauberen, CO2-freien Strom liefert und eine der wenigen natürlichen Ressourcen unseres Landes ist».

Grünen-Nationalrat Bastien Girod hingegen setzt auf eine Inländer-Quote für Strom aus Wasserkraft und erneuerbaren Energien. Er will eine Motion einreichen, um die Rahmenbedingungen für die Schweizer Wasserkraft zu verbessern. «Wir wollen die inländische Quote revitalisieren», sagt Girod zur „Schweiz am Sonntag“. «Wer in der Schweiz Strom verkauft, muss zu mindestens 60 Prozent einheimische erneuerbare Energie verkaufen.»

Mit einer Quote könne die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Wasserkraft und auch der übrigen erneuerbaren Stromproduktion verbessert werden. Damit schütze man in dieser wirtschaftlich angespannten Situation auch wertvolle Arbeitsplätze. Bemerkenswert ist, dass sogar aus der SVP Zeichen kommen, dass im Ernstfall in Sachen Wasserkraft eine gewisse Verhandlungsbereitschaft vorhanden ist.

«Müsste man befürchten, dass eine systemrelevante Anlage stillsteht, müsste man wohl über Notmassnahmen reden», sagt Nationalrat und Energiespezialist Albert Rösti der Zeitung „Schweiz am Sonntag“.

Bei den Politikern ist eine Angst spürbar, dass die Wasserkraft ins Ausland verkauft werden könnte. Das sei zwar nachvollziehbar, sagt Suzanne Thoma, CEO der BKW. «Das Gute an der Schweizer Wasserkraft ist: Man kann sie nicht abbauen und anderswo wieder aufbauen. Diese Werke bleiben in der Schweiz.» Billiger Importstrom aus Deutschland macht die Produktion aus einheimischen Kraftwerken unrentabel. Die Branche befürchtet, dass die Preise weiter fallen könnten. Die Axpo rechnet gemäss Recherchen der „Schweiz am Sonntag“ in einem Worst-Case-Szenario mit 15 Franken pro Megawattstunde. Heute liegt der Preis bei 23 Franken. Viel zu tief, um die Kosten decken zu können.