Von der Rolle
Politiker atmen auf: Im Bundeshaus gibts endlich 3-lagiges WC-Papier

Eine Gruppe rechtsbürgerlicher Parlamentarier beklagt sich über das Klopapier im Bundeshaus-WC. Dieses sei nämlich nicht nur rau, sondern auch zu dünn. Jetzt ist das Problem gelöst worden.

Anna Wanner
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Toilettenpapier: Parlamentarier beklagten sich, das Papier auf den Bundeshaus-Toiletten sei zu dünn (Symbolbild)

Toilettenpapier: Parlamentarier beklagten sich, das Papier auf den Bundeshaus-Toiletten sei zu dünn (Symbolbild)

Keystone

Wie die vergangenen drei Wochen Session beweisen, lässt sich über Politik trefflich streiten. Nur bei einem Geschäft gibt es nichts zu rütteln.

Keine Diskussion – und bisher keinen Widerspruch. Rechts-bürgerlichen Kreisen ist es gar einmal mehr gelungen, die Reihen nahtlos zu schliessen.

Dank des zielstrebigen und unerbittlichen Einsatzes des Schaffhauser SVP-Ständerates Hannes Germann konnte das Anliegen innert Legislatur-Frist umgesetzt werden. Mit Stolz verkündet er: «Das WC-Papier im Parlamentsgebäude ist ausgewechselt worden.»

Ursprung der Debatte ist das raue und (zu) dünne Papier, mit welchem die Toiletten des Bundeshauses ausgestattet waren (wir berichteten vor zwei Jahren).

Ein Papier, das den Politikern «ganz objektiv gesehen nicht würdig» ist, wie Germann es ausdrückt. Seine Kollegen sprachen von Schmirgelpapier, einige kehrten für die Toilettenpause ins Hotel zurück.

Das 2-lagige Recyclingpapier, ungefärbt und ohne Zusatz von optischen Aufhellern, sollte aber nicht bloss wegen qualitativer Unzulänglichkeiten aus dem Bundeshaus verbannt werden.

Der Ärger der Parlamentarier rührte von einer nichtgerechtfertigten Ungleichbehandlung: Die Privattoilette der Bundesräte ist mit hochwertigerem Material ausgestattet. Sie verfügt über 3-lagiges Papier aus 100 Prozent Zellstoff, hochweiss.

Der Missstand ist nun aus der Welt geschafft. Jonas Spirig, Sprecher des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL), bestätigt: «Ja, die Parlamentsdienste haben für das ganze Parlamentsgebäude 3-lagiges Papier (PEFC) aus 100 Prozent Zellstoff (hochweiss) verlangt, wie es vorher den Bundesrats-WCs vorbehalten war.»

Im gleichen Zug wurde auch ein olfaktorisches Problem beseitigt. Trotz Händewaschen hätten die Hände nach dem Toilettengang gestunken, erläutert Germann.

Deshalb wurde auch bei den Papierhandtüchern im Parlamentsgebäude von Recycling auf 100 Prozent Zellstoff (hochweiss) umgestellt. Allerdings ist dieses weiterhin bloss 2-lagig erhältlich.

Über die Umwelt oder wesentliche Zusatzkosten braucht sich der Bürger indes keine Gedanken zu machen.

Das Gros muss immer noch auf Recycling-Papier zurückgreifen. Spirig: «In allen Bürogebäuden der Bundesverwaltung abgesehen vom Parlamentsgebäude kommt unser Sortimentsprodukt zum Einsatz.»