Eidg. Abstimmungen

Polarisierende Vorlagen sorgen für hohe Stimmbeteiligung

Wähler strömen an die Urnen: Höher als an diesem Sonntag war die Stimmbeteiligung in jüngster Zeit bei den Abstimmungen über die Bilateralen II (56,8 Prozent).

Wähler strömen an die Urnen: Höher als an diesem Sonntag war die Stimmbeteiligung in jüngster Zeit bei den Abstimmungen über die Bilateralen II (56,8 Prozent).

Die Beteiligung am Urnengang vom Wochenende ist so hoch wie nur selten in den letzten Jahrzehnten. Rund 53 Prozent der Stimmberechtigten äusserten sich zur 1:12-Initiative der JUSO, der SVP-Familieninitiative und zur Erhöhung des Vignetten-Preises.

Im Kanton Schaffhausen, wo faktisch ein Stimmzwang herrscht, beteiligten sich am Wochenende knapp 67 Prozent an der eidgenössischen Abstimmung vom Wochenende - wie bei fast allen Urnengängen der höchste Wert im Vergleich der Kantone.

Der Kanton Jura folgte diesmal mit 64,5 Prozent jedoch dicht auf. Die Abstimmung über das Projekt, das in der Gründung eines neuen Kantons zusammen mit dem Berner Jura münden sollte, trieb die jurassischen Stimmberechtigten in Scharen an die Urne.

Hohe Stimmbeteiligungen gab es auch in den Kantonen Zug mit rund 61 Prozent, Nidwalden mit 59 und Obwalden mit 58 Prozent. Unter 50 Prozent blieben lediglich Uri, Glarus und Appenzell Innerrhoden.

Durchschnittliche Beteiligung bei knapp 43 Prozent

Die durchschnittliche Stimmbeteiligung liegt seit Einführung des Frauenstimmrechts 1971 bei knapp 43 Prozent. Den Spitzenwert in den letzten Jahrzehnten erreichte die EWR-Abstimmung 1992, als sich knapp 79 Prozent des Stimmvolks beteiligten. Bei der Initiative für die 36-Stunden-Woche gingen 2002 gut 58 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne.

Höher als an diesem Sonntag war die Stimmbeteiligung in jüngster Zeit bei den Abstimmungen über die Bilateralen II (56,8 Prozent), das Partnerschaftsgesetz (56,6 Prozent), die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit (54,4 Prozent), die Anti-Minarett-Initiative (53,7 Prozent) und das Verbot von Kriegsmaterial-Exporten (53,4 Prozent) gewesen.

Bei der Abstimmung im November 2012 zum Tierseuchengesetz kam es dagegen zu einer historisch tiefen Stimmbeteiligung von rund 27 Prozent.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1