Kaltbrunn SG
PNOS-Feier unter den Augen von Polizei und Medien

Die Feier der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) in Kaltbrunn SG verläuft ruhig. Die Polizei bleibt in Alarmbereitschaft. Zahlreiche Medienvertreter sind vor Ort, nachdem die Behörden am vergangenen Wochenende von einem Konzert mit 5000 Rechtsextremen aus Europa überrumpelt worden waren.

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Das Restaurant Löwen in Kaltbrun, in dem die Pnos (Partei national orientierter Schweizer) die Gründung von fünf Pnos-Sektionen feiert (22.10.2016)

Das Restaurant Löwen in Kaltbrun, in dem die Pnos (Partei national orientierter Schweizer) die Gründung von fünf Pnos-Sektionen feiert (22.10.2016)

Keystone

Die St. Galler Kantonspolizei hatte sich für das erneute Treffen von Rechtsradikalen in der Ostschweiz gerüstet und angekündigt, dieses "polizeilich zu begleiten". Am Mittag war durchgesickert, dass die abendliche Feier in Kaltbrunn, in der Nähe von Wattwil, stattfinden werde.

Um 17 Uhr machten am Bahnhof Rapperswil-Jona rund siebzig Linksautonome eine unbewilligte Demonstration. Die Teilnehmer verlangten ein hartes Vorgehen gegen Rechtsradikale und skandierten "Schweizer Polizisten schützen die Faschisten".

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und löste die Demonstration auf. Die Demonstranten stiegen in den Zug Richtung Zürich. "Wir wollten ein Aufeinandertreffen von rechts und links verhindern. Dies ist uns gelungen", sagte Polizeisprecher Gian Rezzoli gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

PNOS unter Polizeischutz

Die Jungsozialisten (JUSO) St. Gallen reagierten mit einer Medienmitteilung: "Die rechtsextreme Szene durfte sich erneut im Kanton St. Gallen ungestört versammeln und ihr Gedankengut verbreiten, erneut unter dem Schutz der Polizei. Gegendemonstrationen wurden verhindert." Durch das passive Verhalten der Kantonspolizei werde Rechtsextremismus salonfähig gemacht.

Die JUSO forderten den St. Galler Justizdirektor Fredy Fässler (SP) auf, gegen Rechtsextremismus eine Nulltoleranzpolitik durchzusetzen. Das bedeute auch, dass gegen die Verantwortlichen des Neonazi-Konzerts vom Samstag in Unterwasser mit "aller Härte" ermittelt werde. "Das uns bekannte Videomaterial zeigt klar auf, dass Neonazis illegale Hassparolen verbreitet haben", heisst es im Communiqué weiter.