Umfrage
Plus 5,7 Prozent: SVP legt laut Wahlsimulation massiv zu

Die von Studenten betriebene Politikplattform Vimentis hat mit rund 20000 Personen eine Wahlsimulation durchgeführt. Die Umfrage zeigt, welche Parteien gewählt worden wären, hätten im Herbst 2014 Wahlen stattgefunden. Die SVP schwingt obenaus.

Lina Giusto
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Laut der Umfrage kommt die SVP neu auf 32,3 Prozent Wähleranteil.

Laut der Umfrage kommt die SVP neu auf 32,3 Prozent Wähleranteil.

Keystone

Am meisten zulegen können SVP und GLP. Die grossen Verlierer dagegen sind SP und CVP. Die Wähleranteile von BDP und FDP würden leicht zurückgehen. Auch die Grünen müssen mit einem Stimmenverlust rechnen.

Laut der Umfrage von Vimentis würde die SVP um 5.7 Prozent zulegen.

Laut der Umfrage von Vimentis würde die SVP um 5.7 Prozent zulegen.

NCH/BAR

Von links zur Mitte nach rechts

Gemäss Umfrage legt die SVP um 5,7 Prozent zu. Sie kommt neu auf 32,3 Prozent Wähleranteil. Zum Vergleich: 2011 erzielte sie 26,6 Prozent. Der Grossteil dieser Zunahme resultiert aus der Mobilisierung von Wählern, die 2011 nicht an die Urne gingen. Zudem gewinnt sie Wähler von FDP, CVP und SP für sich. Die GLP legt in der Umfrage mit 2,3 Prozent am Zweitmeisten zu – allerdings ausgehend von einem tiefen Niveau. Sie holt vor allem bei FDP- und SP-Sympathisanten neue Wähler.

Weder vor- noch rückwärts bewegt sich die BDP. Die 2008 aus der SVP abgespaltene Partei verliert einige Stimmen an diese, gewinnt aber genau so viele Stimmen von der CVP. Daraus resultiert ein Saldo von null. Die FDP und die Grünen verlieren rund 0,7 resp. 0,8 Prozent ihrer Wähler. Die SP kommt noch auf 16 Prozent Wähleranteil. Das ist gegenüber 2011 ein Wählerverlust von 2,3 Prozent. Die Stimmen büsst sie an GLP und Grüne ein.

Loyalität stärkt Rückgrat

Die Ergebnisse zeigen: Die Wählerwanderung zwischen den Parteien generiert die Stimmengewinne. Zudem kommt den Neuwählern eine grosse Bedeutung zu. Das sind zum einen Wähler, die 2014 zum ersten Mal an die Urne dürfen und zum anderen Wähler, die 2011 nicht gewählt haben. Auch in der Kategorie der Neuwähler ist die SVP klarer Sieger mit insgesamt 5,7 Prozent. Davon sind 3,3 Prozent 2011 nicht wählen gegangen, 2,3 Prozent erst seit 2014 wahlberechtigt und 0,1 Prozent der Stimmen kommen von neu eingebürgerten Wählern.

Alle anderen Parteien gewinnen gemäss Befragung zwischen 0,4 und 1,4 Prozent der Stimmen von volljährig gewordenen Wählern.

Vimentis liefert auch Aussagen, wie viele Wähler die Parteien gegenüber 2011 behalten können. Resultat: Neun von zehn SVP-Wählern würden wieder die Volkspartei wählen. Die Anzahl Wechselwähler ist sehr gering. Auch die FDP hat eine treue Wählerschaft. Acht von zehn FDP-Wählern legen laut Umfrage erneut eine FDP-Liste in die Urne. Wähler mit einer hohen Wechselbereitschaft hat die GLP. Nur sieben von zehn GLP-Sympathisanten würden erneut für die Partei stimmen. Die Ergebnisse zeigen: Traditionelle Parteien haben es einfacher, Wähler bei der Stange zu halten, als junge Parteien.

Die Wechselwähler sind auf den Wahlergebenissen von 2011 gewichtet und werden nach Alter, Geschlecht, Bildung und Kanton eingestuft. Die Ergebnisse liefern indes keinen Hinweis, ob diese 2015 auch tatsächlich abstimmen. Die Resultate sind dennoch erstaunlich.