Nach Bundesratswahlen
Plötzlich ist die Schweiz hip

Die Tatsache, dass die Schweiz nun von einer Frauenmehrheit regiert wird, wirkt sich postiv auf das Image des Landes im Ausland aus. Davon könnte auch der Tourismus profitieren.

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Die Debatte um Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, die Rolle der Schweizer Banken während der Finanzkrise und zuletzt auch die Annahme des Minarettsverbot haben dem Ansehen der Schweiz im Ausland arg zugesetzt.

Doch seit der Bundesratswahl vom 22. September ist plötzlich alles ganz anders. Dass in der Schweizer Regierung nun eine Frauenmehrheit das Sagen hat, wird in der internationales Medien beinahe euphorisch kommentiert. «Eines der letzten Länder Westeuropas, das die Frauen wählen liess, ist nun eines der wenigen, das eine Frauenmehrheit in der Regierung hat», schreibt die «New York Times» auf ihrer Webseite.

Und der britische «Guardian» befand, die Wahl Simmonetta Sommarugas bringe die Schweiz an «die Spitze der Gleichstellung von Mann und Frau in der Politik». Sie stehe nun in einer Reihe mit Finnland, Spanien und Norwegen, die allesamt eine starke Vertretung von Frauen in hohen Regierungsstellen aufwiesen.

«Ein Plus für den Schweizer Tourimus»

Die Schweiz, lange Zeit als rückständig und konservativ verspottet, gilt plötzlich als modern, fortschrittlich, progressiv und hip. Das weiss man auch beim öffentlich-rechtlichen Marketingunternehmen Schweiz Tourismus zu schätzen. «Wenn das Image der Schweiz im Ausland positiv ist, ist das sicher ein Plus für den Schweizer Tourismus», sagt Sprecherin Véronique Kanel.

«Man darf aber auch nicht vergessen», so Kanel, «dass viele ausländische Touristen, die in die Schweiz kommen, nicht viel über das politische System der Schweiz wissen.» Deshalb habe die gestrige Bundesratswahl wohl nicht unbedingt einen direkten Einfluss auf die Reisemotivation potenzieller Kunden der touristischen Schweiz.

Auch habe Schweiz Tourismus in Kampagnen das Land bereits früh als frauenfreundlich positioniert und Frauen gezielt und «mit einem Augenzwinkern» als mögliche Touristinnen angesprochen – etwa mit einem Spot im Rahmen der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

«Unser Ziel ist es, touristische Angebote, die Frauen interessieren könnten, zu fördern und die touristische Schweiz für Frauen kreativ zu inszenieren», sagt Kanel. (bau)