Justiz

«Pionier der Sozialarbeit» missbrauchte 21 Buben und steht nun vor Gericht

In einem Büro des Oberstufenzentrums Derendingen-Luterbach empfing der Sozialpädagoge Schülerinnen und Schüler.

In einem Büro des Oberstufenzentrums Derendingen-Luterbach empfing der Sozialpädagoge Schülerinnen und Schüler.

Im Kanton Bern muss sich ein 44-jähriger Sozialpädagoge wegen sexueller Übergriffe auf 21 Kinder und Jugendliche vor Gericht verantworten. Der Zuchwiler arbeitete bis kurz vor seiner Verhaftung in der Region Solothurn. Auch im Baselbiet war er tätig.

Der Sozialpädagoge soll manchen Opfern überdies grosse Mengen Alkohol und Marihuana abgegeben und sie zum Konsum angehalten haben, wie die Staatsanwaltschaft Berner Oberland am Mittwoch mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann zur Last, von 1998 bis Ende 2011 mit den 21 männlichen Opfern verschiedenste sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Der 44-Jährige war als Sozialpädagoge in den Kantonen Bern, Basel-Landschaft und von Mai 2010 bis Oktober 2010 am Schulzentrum Derendingen-Luterbach sowie an der Primarschule Derendingen als Schulsozialarbeiter tätig. Von Mitte 2010 bis Ende 2011, also bis kurz vor seiner Verhaftung wegen sexuellen Missbrauchs, arbeitete er an der Freien Volksschule in Biberist. Zu diesem Zeitpunkt wohnte der 44-Jährige Sozialpädagoge in Zuchwil.

Die meisten Opfer lernte der Mann aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit kennen und unterhielt dann private Kontakte mit ihnen. Dem Angeklagten wird weiter vorgeworfen, von seinen Opfern pornografisches Bildmaterial angefertigt und übers Internet getauscht zu haben.

Im Januar 2012 hatte sich eine Mutter wegen sexueller Übergriffe auf ihre Kinder bei der Polizei gemeldet. Daraufhin kamen umfangreiche Ermittlungen in Gang, in deren Verlauf weitere Opfer ausfindig gemacht werden konnten.

Die Polizei wurde zudem von einer ausländischen Behörde auf pornografisches Material aufmerksam gemacht, das in einem Internetforum getauscht worden war. Auf mehreren Bildserien konnte der Beschuldigte identifiziert werden.

Der Sozialarbeiter ist weitgehend geständig.

Der Sozialarbeiter ist weitgehend geständig.

Vor rund einem Jahr wurde der Fall in der Öffentlichkeit publik. Der Sozialpädagoge kam Anfang 2012 in Untersuchungshaft und befindet sich heute im vorzeitigen Massnahmenvollzug. Er ist weitgehend geständig. Der Angeklagte galt als Pionier der Schulsozialarbeit.

Vor Gericht wird sich der Mann wegen mehrfacher sexueller Nötigung, Schändung, sexueller Handlungen mit Kindern, Pornografie sowie Verabreichens von gesundheitsgefährdenden Stoffen an Kinder verantworten müssen. (sda / jvi)

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