Weltfrauentag
Pink, pink und nochmals pink: Parlamentarierinnen stricken Mützen für Frauenrechte

Ausgerüstet mit pinkfarbener Wolle und Stricknadeln treffen sich am heutigen Weltfrauentag Menschen in der Schweiz, um mit dem Stricken einer Mütze ein Zeichen für die Gleichstellung der Frauen zu setzen. Auch im Bundeshaus wird gestrickt, um Solidarität zu bekunden.

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Parlamentarierinnen und Parlamentarier treffen sich zu einem Strick-In fuer den Internationalen Frauentag
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Parlamentarierinnen mit Sibel Arslan, GPS-BS, von rechts, und Parlamentarier treffen sich zu einem Strick-In
Thomas Ammann, CVP-SG, links, und Regula Rytz, GPS-BE, rechts, machen eine Strick-In
Von links nach rechts, Christa Markwalder, FDP-BE, Regula Rytz, GPS-BE, und Philippe Nantermod, FDP-VS
Der Fuss von Christian Lohr, CVP-TG, haelt die Wolle
Strick-In Bundeshaus Bern Weltfrauentag
Mit dem Bekenntnis "wir wehren uns: Lohngleichheit fuer Frauen ist bei weitem nicht erreicht", demonstrieren anlaesslich des Internationalen Tag der Frau hunderte von Frauen mit stricken von pinken Protest-Muetzen.
stricken bundeshaus (8)

Parlamentarierinnen und Parlamentarier treffen sich zu einem Strick-In fuer den Internationalen Frauentag

Keystone

Rosa Wollmützen für Frauenrechte: Auf dem Berner Bundesplatz haben am Mittwoch mehrere hundert Personen an einem sogenannten "Strick-In" für Frauenanliegen, Freiheit und Gerechtigkeit demonstriert. Aufgerufen zur Aktion hatte ein breites Bündnis von Frauen- und anderen Organisationen.

Solidarisch mit anderen internationalen Bewegungen setzten die Kundgebungsteilnehmenden ein Zeichen gegen Diskriminierung, Intoleranz, Gewalt und Sexismus. Sie forderten unter anderem soziale und ökonomische Sicherheit für Frauen, anständige, faire Löhne und Arbeitsbedingungen sowie bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Auf dem Bundesplatz fanden sich am Mittwochmittag mehrere hundert Frauen und Männer ein, bekleidet mit rosaroten Mützen, sogenannten "Pussyhats".

Symbol gegen Diskriminierung

Diese Mützen sind durch Anti-Trump-Proteste in den USA mittlerweile zu einem Symbol für eine globale Bewegung gegen Diskriminierung, Sexismus und für Frauenrechte geworden. Mit den "Pussyhats", ironisierten amerikanische Frauen den von Trump an den Tag gelegten Sexismus.

Das Schweizer Aktionsbündnis mit Frauenorganisationen, Gewerkschaften, Migrantinnengruppen, Parteien sowie Lesben-, Schwulen- und Transgenderorganisationen wehrt sich gegen den Trumpismus in den USA und gegen den aktuellen Rechtsrutsch in Europa, wie es in einem Aufruf schreibt.

Reaktionäre Politik gefährde Frauenrechte und verstärke rassistische sowie trans- und homosexuellenfeindliche Tendenzen und soziale Ungleichheit. Die Teilnehmer des Proteststrickens auf dem Berner Bundesplatz solidarisierten sich denn auch mit den internationalen Frauenstreiks.

Pink, Pink, und nochmals Pink

Auf dem Berner Bundesplatz strickten am Mittwoch eine ganze Menge Kundgebungsteilnehmende an ihren "Pussyhats". Die Farbe Pink dominierte für einmal den grauen Platz vor dem Bundeshaus.

Eine Gruppe hatte gar ein ein selbstgestricktes Transparent mitgebracht: In die pinkfarbenen Maschen war die Inschrift "Mehr AHV" eingestrickt. Der Protest vor dem Bundeshaus verlief farbig und friedlich.

Ein besonderes Dankeschön für ihr Engagement ging für einmal nicht nur an die jungen Aktivistinnen, sondern auch an alle Grossmütter und Urgrossmütter im Land, die unermüdlich und im Stillen vieles möglich gemacht hätten, wie eine der Rednerinnen betonte.

Strickend gegen die Mächtigen

Mit Stricken werden nicht zum ersten Mal politische Anliegen vertreten. Selbstgestricktes als Ausdruck von Autonomie und neuen Lebensentwürfen brachten beispielsweise die Grünen in den 1980-er Jahren in den Deutschen Bundestag.

Vor einigen Jahren waren sogenannte Guerilla-Strickaktionen in Mode. Über Nacht wurden etwa Fahrräder,Verkehrsschilder, Strassenlampenpfosten oder Zäune eingestrickt, um Farbe in die grauen Städte zu bringen.

Unvergessen ist auch die Strickaktion der ehemaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss mit dem Umweltaktivisten Bruno Manser, der während eines Hungerstreiks 1993 Pullover für die Bundesräte strickte, um ihr Herz für den Schutz des Regenwaldes zu erwärmen.