Verhütung
Pille oder Kino: Verhütung scheitert oft am Geld

Die Kosten für Pille, Stäbchen oder Spirale soll künftig die Krankenkasse übernehmen. Das fordern linke Politikerinnen wie die SP-Nationalrätin Doris Stump. Sie reichte ein entsprechendes Postulat ein.

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In vielen Ländern ist es bereits der Normalfall: Krankenkassen übernehmen die Kosten für Verhütungsmittel ganz oder teilweise. Das soll bald auch in der Schweiz der Fall sein, wenn es nach SP-Nationalrätin Doris Stump geht. Sie reicht am Donnerstag ein entsprechendes Postulat ein. «Vor allem Jugendliche und Frauen mit wenig Geld können die hohen Kosten auf einen Schlag nicht bewältigen», sagt sie. Um eine Zunahme von ungewollten Schwangerschaften und Abtreibungen - 2008 waren es fast 11 000 - zu vermeiden, müsse die Verhütung optimiert werden. «Das soll nicht an finanziellen Hürden scheitern.» Das Postulat sei auch eine Antwort auf die Initiative, Abtreibungskosten wieder aus dem Katalog der Krankenkassen zu nehmen.

Auch Beatrice Truniger Blaser, Leiterin der St. Galler Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität, findet den Vorschlag gut. Denn: «In den letzten Jahren erhielten wir deutlich mehr Gesuche um finanzielle Unterstützung für Verhütungsmittel.» Bei Jugendlichen sei es teilweise eine Entscheidung zwischen Kino oder Pille. CVP-Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel hält nichts von der Idee: «Schwangerschaft ist keine Krankheit. Deshalb gehören die Verhütungsmittel nicht in den Leistungskatalog der Krankenkasse.»

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