Pilgerrekord bei Arbain-Fest in Kerbela mit zehn Millionen Schiiten

Zehn Millionen Pilger am Arbain-Fest

Zehn Millionen Pilger am Arbain-Fest

Mit rund zehn Millionen Pilgern hat eine Rekordmenge gläubiger Schiiten in der irakischen Stadt Kerbela das Arbain-Fest gefeiert. Sie versammelten sich in der Nacht ohne Zwischenfälle am Mausoleum des Imam Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed.

Der Gouverneur der Provinz Kerbela, Akil el Chasali, sprach von einem noch nie dagewesenen Ansturm auf die den Schiiten heilige Stadt.

Die Pilger waren in den vergangenen Tagen aus allen Landesteilen des Irak nach Kerbela geströmt. Auch 150 000 Ausländer, vor allem aus den arabischen Nachbarstaaten und dem Iran, nahmen an dem Fest teil.

Aus Angst vor Selbstmordanschlägen waren nach Behördenangaben rund 30 000 Polizisten und Soldaten im Einsatz. 1500 Polizistinnen wurden abgestellt, um weibliche Pilger zu durchsuchen.

In der vergangenen Woche waren bei Attentaten auf schiitische Pilger im Irak Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Auch heute wurden mehrere Personen bei Anschlägen getötet, darunter eine Gruppe von Pilger auf ihrer Rückkehr nach Bagdad.

Beim Arbain-Fest feiern die Schiiten den Ablauf der 40-tägigen Trauerzeit für den Imam Hussein. Der von Schiiten als Märtyrer verehrte Hussein wurde im Jahr 680 von der Armee des sunnitischen Kalifen Jasid getötet.

Im Irak leben rund 18 Millionen Anhänger der islamischen Glaubensgemeinschaft. Unter der Herrschaft Saddam Husseins war es den Schiiten nur unter erheblichen Einschränkungen erlaubt, ihre religiösen Feste zu zelebrieren.

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