Chile

Piñera und Frei müssen in Chile zum zweiten Wahlgang antreten

Kinder von Perreira freuen sich über die Resultate

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Die Chilenen müssen über einen neuen Präsidenten in einer Stichwahl entscheiden. Nach Auszählung fast aller Stimmen erreichte bei der Präsidentenwahl keiner der Kandidaten die für einen Sieg in der ersten Runde notwendige absolute Mehrheit.

Für den konservativen Kandidaten Sebastián Piñera stimmten nach Angaben der nationalen Wahlkommission 44,03 Prozent. Der Regierungskandidat Eduardo Frei, der für die seit fast 20 Jahren regierende Mitte-Links-Koalition Concertación antrat, erhielt 29,62 Prozent. Die beiden müssen damit in die Stichwahl am 17. Januar.

Auf Platz drei mit 20,12 Prozent landete der unabhängige Kandidat Marco Enríquez Ominami. Jorge Arrate, Kandidat der Linken, erhielt 6,21 Prozent. Die Angaben der Wahlkommission beruhten auf Auszählung von 98,32 Prozent der gültigen Stimmen.

Kommentatoren erklärten den Rückstand der Concertación mit ihrer Abnutzung durch die lange ununterbrochene Regierungszeit, das mangelnde Charisma von Frei und die erstmalige Spaltung des Mitte-Links-Lagers.

Der Unternehmer Piñera, dessen Vermögen auf 1,2 Mrd. Dollar geschätzt wird, ist Kandidat der Allianz für den Wandel. Sie setzt sich aus seiner Partei der Nationalen Erneuerung (RN) und der Unabhängigen Demokratischen Union (UDI) zusammen, deren Anhänger vielfach noch der Diktatur von Augusto Pinochet zwischen 1973 und 1990 nachtrauern.

8,3 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, zum fünften Mal seit dem Ende der Pinochet-Diktatur einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Umfragen hatten einen Rechtsruck vorhergesagt.

2006 war Piñera in der zweiten Runde noch der populären Präsidentin Michelle Bachelet von der Sozialistischen Partei (PS) unterlegen. Die chilenischen Gesetze erlauben mehrere Amtszeiten, schliessen eine unmittelbare Wiederwahl aber aus. Die Sozialistin hat bereits angedeutet, bei der nächsten Wahl erneut antreten zu wollen.

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