FDP

Philipp Müller soll neuer FDP-Präsident werden

Nationalrat Philipp Müller gerät in den Fokus der Pelli-Nachfolge.

Nationalrat Philipp Müller gerät in den Fokus der Pelli-Nachfolge.

FDP-Präsident Fulvio Pelli tritt nächsten Frühling ab. Als potenzieller Nachfolger steht nun der Aargauer FDP-Nationalrat Philipp im Fokus. Sein Parteikollege Otto Ineichen sagt, er habe Müller von einer Kandidatur überzeugt.

Seit FDP-Präsident Fulvio Pelli am Sonntag nach Bekanntwerden der Wahlniederlage seinen Rücktritt per April 2012 angekündigt hat, klingelt das Telefon des Aargauer FDP-Nationalrats Philipp Müller ununterbrochen. Es sind grösstenteils Journalisten, die wissen möchten, ob er sich vorstellen kann, Pellis Nachfolger zu werden. Der hartnäckigste Anrufer ist indes kein Journalist, sondern der Luzerner Unternehmer und FDP-Nationalrat Otto Ineichen. Der alteingesessene Politiker sieht in Müller nichts weniger als die Zukunft des Schweizer Freisinns. Nach mehreren Gesprächen glaubt er, ihn von einer Kandidatur überzeugt zu haben. «Ich habe Philipp Müller seit Tagen bearbeitet», sagt Ineichen.

Der Aargauer Generalbauunternehmer sei «ein gewerbenaher Krampfer» und er erfülle alle Kriterien für das Parteipräsidium. An oberster Stelle stünde die Unabhängigkeit des 59-Jährigen. Als einer von wenigen FDP-Politikern habe er sich klar von den Grossbanken emanzipiert, er halte kein einziges Verwaltungsratsmandat und er habe seines Wissens nie einen Lobbyisten unter seinen Fittichen ins Bundeshaus gelassen, so Ineichen. Müllers erfolgreiche Wiederwahl am Sonntag beweise Bürgernähe und Popularität im Volk. «Ohne seine 57000 Stimmen hätte die Aargauer FDP ihren zweiten Nationalratssitz verloren», ist er überzeugt. Ein weiteres wichtiges Plus für Müller sei dessen hohe Glaubwürdigkeit in der Ausländerpolitik.

Keller-Sutter als Vizepräsidentin

Dass sich bislang viele freisinnige Parlamentarier die frisch gewählte St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter als neue FDP-Chefin wünschten, hat Ineichen in seinem Wunschszenario für die Pelli-Nachfolge berücksichtigt. Nachdem Keller-Sutter in den vergangenen Tagen mehrmals und vehement jegliches Interesse an der Parteiführung verneint hat, hofft er, dass sie Müller als Vize-Präsidentin zur Seite stehen wird. Er sei auch mit ihr im Gespräch.

Den Zeitpunkt für die Lancierung Müllers als Kandidat hat Ineichen bewusst sehr früh gewählt, obwohl der Auserkorene selbst in der Öffentlichkeit bis jetzt kein Wort zu einer möglichen Kandidatur gesagt hat. «Am Freitag treffen die Kantonalpräsidenten mit der nationalen Parteiführung zusammen, um das Wahlresultat zu analysieren», sagt Ineichen. «Wir dürfen jetzt aber nicht nur analysieren, wir müssen Lösungen finden. Mehrere Kantonalpräsidenten sind einverstanden mit mir, sie wollen sich aber noch nicht aus dem Fenster lehnen. Wenn ich es nicht tue, tut es niemand.»

In der FDP sind nicht alle glücklich über Ineichens Vorpreschen. Manche befürchten, dies könne allzu früh Neider auf den Plan rufen. Angesprochen auf Ineichens Bemühungen, macht Philipp Müller einen geschmeichelten Eindruck. «Ich befasse mich zurzeit nicht mit diesem Thema. Es stehen andere Personen im Vordergrund», sagt er. Ein Dementi ist das mit Sicherheit nicht.

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