Mangel

Pflegerinnen und Hebammen machen 2020 auf sich und ihre Arbeitssituation aufmerksam

(Symbolbild)

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Die Weltgesundheitsorganisation ruft das internationale Jahr der Pflegefachpersonen und Hebammen aus. Auch in der Schweiz nimmt die Diskussion über den Mangel in diesen Berufen Fahrt auf.

Sie spielen eine unabdingbare Rolle im Gesundheitssystem. Und 9 Millionen Menschen würden auf der ganzen Welt fehlen, gäbe es sie nicht. Das schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und erklärt 2020 darum zum Internationalen Jahr der Pflegefachpersonen und Hebammen.

Am Freitag haben der Schweizerische Hebammenverband (SHV) und der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen den Ball der WHO aufgenommen. In einer Mitteilung weisen die Verbände darauf hin, dass auch in der Schweiz für ihr Gebiet ein wachsender Fachkräftemangel prognostiziert werde. Gleichzeitig werde die fortschreitende Alterung der Gesellschaft den Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal weiter steigern. Zudem wünschten sich immer mehr werdende Eltern, bei der Geburt von einer Hebamme betreut zu werden.

Die Verbände fordern darum laut Mitteilung ein Umdenken in der Schweizer Politik. Einerseits soll es mehr Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention geben. Andererseits sollen die Arbeitsbedingungen in den Berufen verbessert werden. Denn viele ausgebildete Fachkräfte würden ihre angestammten Berufe verlassen.

Letztere Forderung ist auch Bestandteil der Eidgenössischen Pflegeinitiative, welche 2017 eingereicht worden ist. Eine der Hauptforderungen der Initiative des Berufsverbands der Pflegefachfrauen und -männer ist, dass die Aus- und Weiterbildungen staatlich unterstützt werden und dass der Ausbildungslohn erhöht wird. Die Nationalrat hat im Dezember mit 107 zu 82 Stimmen und bei sechs Enthaltungen entschieden, die Pflegeinitiative abzulehnen.

Der Nationalrat bevorzugt den Weg über die Gesetzgebung, um so mehr Pflegefachleute auszubilden und ihnen mehr Kompetenzen beim Abrechnen ihrer Leistungen mit den Krankenkassen zu geben. Mit 124 zu 68 Stimmen hiess der Rat den von der Gesundheitskommission ausgearbeiteten Entwurf für ein Gesetz über die Förderung der Ausbildung im Bereich der Pflege gut. Als nächstes wird der Ständerat das Anliegen und dessen indirekten Gegenvorschlag diskutieren. (gb)

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