Schweiz

Pflegepersonal fürchtet Ausfälle und Überlastung in der zweiten Welle

Pflegende leisteten im Frühjahr Ausserordentliches. Nun müssen sie wieder an die Front –doch geändert hat sich für sie nicht viel. (Symbolbild)

Pflegende leisteten im Frühjahr Ausserordentliches. Nun müssen sie wieder an die Front –doch geändert hat sich für sie nicht viel. (Symbolbild)

Die Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin warnt vor einer Überbelastung des Pflegepersonals in der zweiten Welle. Das Personal sei bereits erschöpft, so Franziska von Arx-Strässler.

(wap) «Viele sagen, sie könnten eine zweite Welle mit 12-Stunden-Diensten kaum noch stemmen», erklärt Franziska von Arx-Strässler in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». Teilweise habe sich das Personal noch nicht von den Schichten während der ersten Welle im Frühling erholen können. Bei der zweiten Welle komme nun die Ungewissheit dazu, wie lange die Extrembelastung andauern werde.

In der kalten Jahreszeit komme es ausserdem auch in normalen Jahren zu vermehrten Ausfällen beim Personal. Nun käme dazu, dass ein Teil der Pflegenden bei der zweiten Welle in Quarantäne müsse. Damit nehme die Belastung für die arbeitenden weiter zu.

«Verprechungen im Sand verlaufen»

Ab einem gewissen Punkt leide die Qualität der Pflege: «Wenn die Infektions- und mit ihnen die Hospitalisationszahlen stark steigen, wird die Qualität der Betreuung irgendwann leiden, das ist klar.» Umso wichtiger sei es nun, dass sich alle an die geltenden Schutzmassnahmen hielten.

Von der gestiegenen gesellschaftlichen Wertschätzung nach der ersten Welle sei derweil wenig zu spüren. «Die Versprechungen sind wie im Sand verlaufen», sagt von Arx Strässler: «Und jetzt kommen wir in die nächste Welle, wo genau diese Menschen wieder eine zweite maximale Anstrengung leisten sollen.»

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