Afghanistan dürfe für Al-Kaida und dessen extremistische Verbündete nicht noch einmal zu einem Schutzraum werden, aus dem sie Anschläge gegen das afghanische Volk und andere freiheitsliebende Nationen verüben könnten. Gleichzeitig machte Petraeus deutlich, dass sich die Strategie der ISAF durch den Wechsel an der Spitze nicht ändert.

Der 57-jährige Petraeus ist Nachfolger von US-General Stanley McChrystal, der nach heftiger Kritik an der US-Regierung von Präsident Barack Obama abgelöst worden war.

Bereits bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Kabul hatte Petraeus am Samstag eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten gefordert. "Es muss uns gelingen, unsere Kräfte zu bündeln und ein gemeinsames Ziel zu erreichen", sagte er.

Bei der Feier zum US-Unabhängigkeitstag in der US-Botschaft sprach er von einer "schwierigen Mission". Die Gefechte würden vermutlich noch gefährlicher werden, bevor sich die Lage deutlich verbessere.

Petraeus war am Freitagabend in der afghanischen Hauptstadt gelandet. Am Samstag leitete er sein erstes Briefing der regionalen Kommandanten. Er habe sehr viele Fragen gestellt und auch Ratschläge erteilt, sagte ein ISAF-Sprecher.

140'000 Soldaten

Petraeus übernimmt das Kommando über die rund 140'000 US- und ISAF-Soldaten am Hindukusch in einer schwierigen Phase. Die Verluste der US-Truppen sind so hoch wie nie seit Beginn des Einsatzes 2001.

Die jüngste Grossoffensive gegen die Taliban in der Provinz Helmand verlief Beobachtern zufolge enttäuschend, eine zusätzliche geplante Offensive in Kandahar kommt nicht recht in Gang.