Der renommierte Germanist Peter von Matt beklagt die Oberflächlichkeit der neuen Heimatbilder. «Der Verlust an Erinnerung hat zu einer Infantilisierung der Symbole geführt», sagt von Matt im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Ich mag bald nicht mehr einkaufen gehen, weil jeder Käse und jeder Sirup Heidi heisst. Bald wird man auch noch Heidi-Aftershave kaufen können. Es ist grässlich.» Mit der sogenannten Swissness werde falsche und faule Nestwärme kultiviert - gerade auch von den Nationalkonservativen

«Die SVP hat das alte Geschichtsmodell wieder auf den Tisch gelegt und gesagt, es sei nun alles wie vorher.» Das sei nicht innovativ, sondern einfach die Restauration eines ideologischen Systems. Aber auch die Geschichtsschreibung der 68er kritisiert von Matt. «Die Achtundsechziger bekämpften die heroische Schweiz, war aber selber eine heroische Gesellschaft, eine mit internationalen Helden. Che Guevara auf dem T-Shirt statt General Guisan über dem Buffet in der Beiz». Von Matt plädiert für kollektive Erinnerung und neue nationale Symbole.