Die Kochlehre wird immer unbeliebter. Mit gut 1800 neu abgeschlossenen Lehrverträgen wurde im Jahr 2013 ein neues Tief erreicht, wie die „Schweiz am Sonntag“ mit Verweis auf Zahlen des Bundes schreibt.

Noch fünf Jahre zuvor wurden über 2200 Lehrverträge neu abgeschlossen, innert fünf Jahre wurde damit ein Minus von 18 Prozent registriert.

Urs Masshardt, Geschäftsleiter der Hotel & Gastro Union, sagt der Zeitung, das Ausbildungsniveau der Lehrmeister sei zu tief. 40 Prozent jener, die einen Betrieb führten, hätten neun Schuljahre und keinen Tag mehr hinter sich. In einem Manifest fordert die Union deshalb eine Qualifizierungs-Offensive.

Gleichzeitig kämpft die Branche gegen ihren schlechten Ruf. „Sagt ein junger Mensch seinen Eltern, er wolle Koch werden, folgt in der Regel ein Aufschrei“, wird Masshardt zitiert. Dabei habe die Branche etwa bei den Löhnen oder der Umgangskultur deutlich aufgeholt, der Gesamtarbeitsvertrag ermögliche vorbildliche Weiterbildungsmöglichkeiten.

Der Koch Louis Bischofberger, der im Kanton Solothurn zum „Arbeitgeber des Jahres“ gewählt wurde und bereits über 100 Lehrmeister ausgebildet hat, sagt der Zeitung, viele junge Leute seien heute zarter besaitet als früher und die Küche sei nicht die feinste Welt. Ein Nachteil sei dies nicht per se. „Es geht darum, den Jungen aufzuzeigen, dass sie selbst einen Grossteil des Klimas ausmachen“, wird Bischofberger zitiert. Lernende brauchten Herausforderungen und müssten angespornt werden. (SaS)