Bei Rentnern ist Bares hoch im Kurs: Drei Viertel aller Pensionskassen (PK) verzeichnen bei über 20 Prozent der Pensionierungen Kapitalabflüsse. Bei einem Viertel der Kassen kommt es sogar bei mehr als der Hälfte der Pensionierungen zum Abfluss. Nur bei 6 Prozent der Kassen werden keine Altersleistungen in Form von Kapitalien bezogen. Diese Resultate zeigt eine neue Umfrage von Swisscanto, der Fondsgesellschaft der Kantonalbanken.

Die Rentner erweisen dem Pensionskassensystem einen Bärendienst. «Je mehr Geld in der 2.Säule steckt, umso tiefer sind die Verwaltungskosten, und eine umso bessere Diversifikation der Vermögen kann erzielt werden», sagt ein PK-Manager. Die Zeche zahlen die Jungen: Sie zahlen mehr Geld - für eine schlechtere Leistung.

Die Pensionierten schneiden sich freilich auch ins eigene Fleisch. Die Vorsorge sollte eine Weiterführung des gewohnten Lebensstandards sichern. Bei Kapitalbezug klappt dies aber oft nicht: Die Rentner wirtschaften schlechter als die Pensionskassen. Bundesbern diskutiert nun deshalb ein generelles Verbot des Kapitalbezugs.

Tatsache ist aber auch: Die Pensionskassen zehren von ihrer Substanz - zu sehr macht ihnen die Eurokrise zu schaffen. So haben die europäischen Notenbanken die Zinsen gesenkt und die Vorsorgeeinrichtungen der Möglichkeit einer anständigen Entschädigung beraubt. Dahinter steckt übrigens Kalkül: Durch die Kombination von tiefen Erträgen auf Obligationen und dem Entfachen einer Inflation versuchen sich die klammen Euro-Länder auf Kosten der kleinen Sparer zu sanieren. Kommentar rechts.